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Critical Mass auf dem Lande: Radtour für Radler-Rechte in Harsefeld

An den "Critical Mass"-Aktionen in Hamburg beteiligen sich regelmäßig zahlreiche Radler (Foto: helmuts-fahrrad-seiten.de)
jd. Harsefeld. Aktionsradeln durch Harsefeld: Strampeln für Gleichheit im Straßenverkehr. In Großstädten ist das seit Jahren ein gewohntes Bild: Meist einmal pro Monat kommen scharenweise Radler zusammen. Sie verabreden sich an einem kurz zuvor über die sozialen Medien verbreiteten Treffpunkt und dann geht es los. Jetzt ist erstmals Harsefeld an der Reihe: Im Ort kursieren Flugblätter, in denen zu einer sogenannten "Critical Mass" (kritische Masse) am morgigen Donnerstag, 9. Juli, aufgerufen wird. Die Radler wollen sich um 19 Uhr in der Marktstraße am Eiscafé Dante treffen. Jeder, der mitfahren will, ist herzlich willkommen.

In Hamburg soll bei der letzten Aktion Ende Juni ein Tross von rund 6.000 Pedalrittern quer durch verschiedene Stadtteile gezogen sein. "Critical Mass" heißen diese Radler-Events. Hintergrund für die Aktion in Harsefeld ist offenbar die politische Diskussion um ein Konzept für eine fahrradfreundliche Kommune. Einigen engagierten Radlern gehen die Pläne der Verwaltung nicht weit genug. Die Aktivisten, die in den Städten bei "Critical Mass" mitradeln, wollen auf diese Weise ihre Kritik am bestehenden Verkehrssystem zum Ausdruck bringen. Immer wieder wird gefordert, Radler als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer zu akzeptieren. Sie seien "ebenso wie motorisierte Fahrzeuge Teil des Straßenverkehrs", heißt es im Flugblatt.

In Hamburg sehen Autofahrer längst Rot, wenn der Radlerpulk durch die Straßen kurvt. Dabei müssen die Radfahrer selbst nicht auf Rot achten: Die "Critical Mass"-Aktivisten machen sich einen besonderen Passus der Straßenverkehrsordnung zunutze: Laut Paragraph 27, Absatz 1, gelten Gruppen von mehr 15 Radlern als geschlossener Verband. Sie sind quasi wie ein langes Fahrzeug zu behandeln. Daher ist es auch zulässig, dass nachfolgende Radler an einer Ampel weiterfahren dürfen, auch wenn diese auf Rot umgesprungen ist.

Die Touren, die in Harsefeld künftig immer am zweiten Donnerstag eines Monats stattfinden sollen, müssen nicht als Demonstration angemeldet werden. Es gibt keine offiziellen Veranstalter und die Radler an der Spitze entscheiden spontan, wohin es geht. Im Flugblatt wird betont, dass es sich nicht um eine Demo handelt: Es sei einfach eine Gruppe von Radfahrern, die gemeinsam eine Tour durch Harsefeld unternehmen. Ob das die Autofahrer am Donnerstagabend auch so sehen, bleibt abzuwarten.

• Der Harsefelder Bauausschuss befasst sich am Dienstag, 14. Juli, mit der Fahrradsituation im Ort. Die Sitzung im Rathaus beginnt um 19 Uhr.