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187,5 Millionen Euro: Mega-Deal für Brackel

Auf der roten Fläche westlich von Brackel soll die Anlage entstehen (Foto: Google Maps)

Unternehmen Gasunie plant Gasverdichtungsanlage für NEL-Pipeline auf neun Hektar.

(mum). Paukenschlag in Brackel (Samtgemeinde Hanstedt)! Nach WOCHENBLATT-Informationen will die Gasunie Deutschland Transport Service GmbH auf einer neun Hektar großen Fläche nahe der Autobahn 7 - unweit der Abfahrt Thieshope - eine Gasverdichtungsanlage bauen. Dort wird das Gas, das in der vorbeiführenden NEL-Gaspipeline fließt, komprimiert und beschleunigt. Im Gespräch ist eine Investition in Höhe von 187,5 Millionen Euro. Es wäre die erste Anlage dieser Art im Landkreis Harburg. Deutschlandweit betreibt das Unternehmen zehn Stationen.
„Die Verdichterstation im Verlauf der NEL übernimmt die Aufgabe der Zwischenverdichtung. Dadurch lässt sich der Bau neuer Pipelines verhindern“, erklärt Gasunie-Sprecher Dr. Philipp von Bergmann-Korn. Da die deutsche und niederländische Erdgas-Produktion stark rückläufig ist, müsse immer mehr Gas aus dem Ausland transportiert werden.
„Gasunie ist Mitte April auf uns zugekommen, um das Projekt vorzustellen“, so Verwaltungschef Olaf Muus. „Es war von vornherein klar, dass diese Thematik transparent und unter Beteiligung der Öffentlichkeit kommuniziert werden muss.“ Zwischenzeitlich habe die Gasunie weitere Gespräche - unter anderem mit Brackel und dem Landkreis - geführt. Am Montag, 20. Juni, findet eine Info-Veranstaltung für die Bürger statt. Einen Tag später folgt auf Einladung des federführenden Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie eine sogenannte Antragskonferenz. Hierbei handelt es sich um eine nicht öffentliche, frühzeitige Beteiligung aller berührten Behörden und sonstigen Wissensträgern sowie Verbänden. „Für meinen Meinungsbildungsprozess sind diese Veranstaltungen sehr wichtig, um dieses ohne Zweifel sehr große, nicht alltägliche Projekt, besser beurteilen zu können“, so Muus.
Kritik kommt vom BUND: „In der ersten Ausbaustufe würden fünf, später insgesamt sechs Gasturbinen mit sechs dazugehörigen bis zu 30 Meter hohen Schornsteinen gebaut werden“, sagt Holger Mayer vom BUND. Mit einer Leistung von 340 Megawatt so genannter Feuerungswärmeleistung gehöre die Anlage laut Bundesumweltamt dann zu den 600 größten CO2-Produzenten in Deutschland. „Dass die Gasverdichterstation unregelmäßig auch noch Methan, ein bis zu 25-fach klimaschädlicheres Gas als CO2, abbläst, ist dann nur das Sahnehäubchen der Umweltverschmutzung.“
• Ein ausführlicher Bericht folgt in unserer Printausgabe am kommenden Samstag.