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Aus Hanstedt wird „Hanfstedt“ - garantiert ohne Rausch

Aus Hanstedt wird „Hanfstedt“ - zumindest sind die Postkarten schon im Druck. Der Grund dafür liegt bei Landwirt Günter Rühe und seiner Ehefrau Kathrin Menke-Rühe. Sie haben auf einem riesigen Feld direkt am Ortseingang auf zwei Hektar Hanf ausgesät. Das Ehepaar führt nichts Illegales im Sinn. Auf dem Feld entsteht das erste Hanf-Labyrinth im Landkreis Harburg

Günter Rühe legt auf seinem zwei Hektar großen Hanf-Feld ein Labyrinth an.

mum. Hanstedt. Gegen Abend, der Wind muss richtig stehen, duftet es am Hanstedter Ortseingang in Richtung Dierkshausen speziell. „Wir wurden schon darauf angesprochen, ob wir neuerdings ein Café nach niederländischen Vorbild betreiben“, sagt Landwirt Günter Rühe mit einem Lächeln. Der Geruchssinn täuscht allerdings nicht. Rühe konsumiert zwar keinen Hanf, er baut ihn aber an - und das gleich auf zwei Hektar.
Noch sind die Pflanzen weniger als 50 Zentimeter hoch. Doch schon in etwa zwei Wochen dürften sie laut Rühe mehr als zwei Meter messen. Dann kann der Hanstedter auch sein neues Labyrinth eröffnen - das erste Hanf-Labyrinth im Landkreis Harburg. Bislang suchten zahlreiche Ausflügler den richtigen Weg im Mais. Auch Sonnenblumen waren schon einmal dabei. Doch Hanf ist eine Premiere. „Ich bin gespannt, wie die Besucher auf die Pflanze reagieren“, so Rühe.
Gemeinsam mit seiner Frau Kathrin Menke-Rühe baut der Landwirt den speziellen Hanf „Futura 75“ an. Im Gegensatz zu Pflanzen, die später zu Rauschmitteln verarbeitet werden können, ist diese Art frei von Tetrahydrocannabinol (THC). „Das ist quasi wie alkoholfreies Bier“, erklärt der Hanstedter. Dennoch musste er für den Anbau zahlreiche Auflagen erfüllen. Unter anderem wurde geprüft, ob es sich tatsächlich um die harmlose Variante handelt.
Auch wenn ein Rausch ausgeschlossen ist, hat der Diebstahl unangenehme Konsequenzen. „Wer unseren Hanf stiehlt und bei sich führt, macht sich strafbar“, so Rühe. Die Polizei könne nicht ohne einen aufwendigen Test feststellen, um welche Variante es sich handelt.
Hinter dem Hanf-Anbau steht eine durchaus ernste Absicht. Der Hof, den Rühe gemeinsam mit seiner Frau Kathrin Menke-Rühe führt, soll nach und nach zu einem ökologischen Betrieb umgewandelt werden. Mit dem Hanf-Anbau würde dazu der Anfang gemacht werden. „Der Nutzhanf ist eine uralte, in Vergessenheit geratene Kulturpflanze, mit vielen positiven Eigenschaften für Natur, Mensch und Landwirtschaft“, sagt Kathrin Menke-Rühe. Die Hanfsamen - auch bekannt als „Superfood“ seien unglaublich gut für den Körper, denn sie enthalten viel Protein und ungesättigte Fettsäuren. „Die Hanfblätter eignen sich getrocknet als Tee und die Faser ist sehr stabil und bietet sich damit unter anderem für Kleidung und Dämmstoffe an.“ Das Ehepaar möchte versuchen, einen Teil des Hanfes schon jetzt selbst zu vermarkten. „Zur Not können wir die getrocknete Pflanze auch als Einstreu für unsere Hühner verwenden“, so Rühe.
So weit ist es aber noch nicht, denn jetzt gehört der Hanf all denjenigen, die ihren Orientierungssinn testen wollen. Der Eintritt kostet zwei Euro; geöffnet ist das Labyrinth so lange es die Lichtverhältnisse zu lassen.
• Mehr Informationen zum neuen Hanf-Labyrinth gibt es im Internet unter www.bauernhof-menke.de.