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Feuerwehr-Neubau wird viel teurer - Jesteburger Samtgemeinderat muss über Mehrkosten in Höhe von etwa 450.000 Euro diskutieren

So stellt sich ein Architektenbüro die neue Feuerwehrwache am Jesteburger Ortsrand vor (Foto: Feuerwehr Jesteburg)
mum. Jesteburg. „Typisch Jesteburg“, denkt sich jetzt der eine oder andere. Ursprünglich sollte die neue Feuerwache am Ortsausgang Richtung Asendorf 3,38 Millionen Euro kosten. Zumindest hat der Samtgemeinderat für diese Summe im Sommer vorigen Jahres einen Investitionsbeschluss gefasst. Doch jetzt muss nachgebessert werden! Laut Verwaltungsunterlage wird die neue Wache etwa 450.000 Euro teurer. Das Thema steht auf der Agenda der nächsten Samtgemeinderats-Sitzung am Donnerstag, 15. Oktober, ab 18.30 Uhr im „Heimathaus“ (Niedersachsenplatz).
Die Kostensteigerung hat mehrere Gründe:
• Aufgrund weitergehender Bodenuntersuchungen (Grundwasserstände am Brettbach) ist die Anlage eines Versickerungsbeckens für das anfallende Oberflächenwasser nicht möglich. Daher muss ein Staukanal unterhalb des Parkplatzbereiches hergestellt werden. Außerdem ist das Gelände aufgrund der Topografie stärker aufzufüllen. Mehrkosten: 150.000 Euro.
• Die Feuerwehr plant den Einbau einer Einbruch- und Brandmeldeanlage. Nach den Richtlinien ist dies zwar nicht nicht vorgeschrieben, aber wird von der Verwaltung empfohlen. Mehrkosten: 58.260 Euro.
Die Verwaltung schlägt nun unter anderem folgende Einsparungen vor: „Aufgrund der angespannten Haushaltslage der Samtgemeinde wird empfohlen, auf den Bau der Waschhalle zu verzichten und die Kosten für die Innenausstattung zu deckeln.“ Zudem soll der Förderverein stärker finanziell eingebunden werden. „Die vorhandenen Spinde aus dem jetzigen Feuerwehrgerätehaus sollen übernommen werden.“
Im Fazit heißt es unter anderem: „Die Kosten der Innenausstattung haben sich im Vergleich zur Kostenschätzung vom 27. Juni 2014 verdoppelt. Das Architekturbüro hatte seinerzeit lediglich einen Kostenansatz aufgenommen, ohne diesen durch eine Auflistung von Ausstattungsgegenständen zu hinterlegen.“
„Ein erheblicher Anteil der Mehrkosten resultiert nicht aus dem eigentlichen Gebäude, vielmehr sind sie dem Grundstück, beziehungsweise der Nähe zum Brettbach und dem Zeitverzug geschuldet“, verteidigt Wehrführer Jo Röhrs in einem Schreiben an die Verwaltung die Feuerwehr. „Das darf aus unserer Sicht nicht zu Lasten der Funktionalität gehen.“

Kommentar

Wieder stimmt die Vorbereitung nicht
Die „Famila“-Ansiedlung steht in den Sternen, der ursprünglich geplante Kunstpfad ist wegen extrem gestiegener Kosten vom Tisch (200.000 Euro statt 100.000 Euro - ergab ein Bodengutachten) - und jetzt kommt auch noch die Feuerwehr. Richtig: Hier werden Gemeinde und Samtgemeinde in einen Topf geworfen. Ist das falsch? Nein, denn die Strippenzieher aus dem Jesteburger Gemeinderat sitzen auch im Samtgemeinderat. Vor allem aber ist es die gleiche Verwaltung mit Verwaltungschef Hans-Heinrich Höper an der Spitze. Teure Investitionen - etwa der Kauf des Kunsthauses und des Clement-Areals, ein 1,5-Millionen-Kredit für die Schützen sowie jede Menge Kosten rund um die neue Oberschule (Buskehre, Straßensanierung und eine neue Brücke) - haben das Eigenkapital aufgezehrt. Muss darunter nun die Feuerwehr leiden? Hoffentlich nicht!
Sascha Mummenhoff