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Ist Lohmann der richtige Mann fürs Kirchfeld?

Projektentwickler Friedrich W. Lohmann
 
Die Zufahrt zum Itzenbütteler Kirchfeld

Jetzt ruhen die Hoffnungen auf Friedrich W. Lohmann. Mit dem Projektentwickler aus Winsen (Aller) möchte Jesteburg eine Planungsvereinbarung für einen städtebaulichen Vertrag schließen. Es geht um das Itzenbütteler Kirchfeld. Das Wochenend-Gebiet (zehn Hektar Wald) soll mit einem B-Plan überlegtwerden. Zuletzt gelang es nicht, die kontroversen Positionen der Eigentümer, Pächter und Anwohner unter einen Hut zu bringen. Lohmann, der schon beim ehemaligen Filmstudio-Areal in Bendestorf bewiesen hat, ein Händchen für komplizierte Sachverhalte zu haben, könnte sich als Trumpf erweisen.
Am Mittwoch, 17. August, hat der Planer einen Termin beim Landkreis, nächste Woche spricht er im Bauausschuss vor.

mum. Jesteburg. Die Kritik von Grünen-Fraktionschefin Birgit Heilmann blieb ungehört: Hinter verschlossenen Türen hat der Verwaltungsausschuss bereits vor der Sommerpause beschlossen, eine Planungsvereinbarung für einen städtebaulichen Vertrag für das Itzenbütteler Kirchfeld zu schließen (das WOCHENBLATT berichtete). Heilmann hatte gefordert, „dass so ein wichtiges Thema wie der städtebauliche Vertrag öffentlich im Bauausschuss diskutiert werden muss“. Immerhin: Jetzt ist klar, wer den Auftrag bekommen soll, einen B-Plan über das Wochenendgebiet zu legen. Es ist Projektentwickler und Baulanderschließer Friedrich W. Lohmann (Winsen/Aller). Am Mittwoch, 24. August, haben die Mitglieder des Bauausschusses das Thema Kirchfeld auf der Agenda. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Sitzungsraum in der Seniorenbegegnungsstätte „Am Sandbarg“.
Wie bereits mehrfach berichtet, sind die Interessen im Kirchfeld kaum miteinander vereinbar. Längst ist das zehn Hektar große Areal zu einem Synonym für die problematische Entwicklung neuer Baugebiete im Landkreis geworden. Eigentlich wollte die Verwaltung nur das Dauerwohnen in dem Wochenendgebiet legalisieren. Dann war von einer „maßvollen Zerstückelung“ des Wald-Areals die Rede. Doch Anwohner und Eigentümer finden keinen Konsens.
Nun also soll Lohmann die Parteien einen. „Ich sehe meine Position eher als Moderator und nicht ausschließlich als Projektentwickler“, sagt Lohmann selbst, der unter anderem die Baugebiete „Bredbeekskoppel“ und „Am Rüsselkäfer“ in Jesteburg entwickelte.
Am Mittwoch, 17. August, ist Lohmann im Winsener Kreishaus. Er ist mit Vertretern der unterschiedlichen Ämter verabredet. „Ich muss mir eine Übersicht darüber verschaffen, welche Auflagen für das Areal gelten.“ Im nächsten Schritt möchte er mit den Eigentümern und Pächtern sprechen. „Es ist wichtig, dass alle an einem Strang ziehen“, so Lohmann. Erst dann sollen die unmittelbar betroffenen Nachbarn informiert werden. Lohmann macht deutlich, dass er nicht gewillt ist, jede politische Forderung zu schlucken. So steht im Entwurf des städtebaulichen Vertrags, dass die Grundstücke mindestens 1.500 Quadratmeter groß sein sollen. „Das wird sich nicht in jedem Fall realisieren lassen“, so Lohmann. Die Grundstücke bestehen bereits. Auf ihnen stehen Häuser. An diesen Parametern werden wir uns orientieren müssen.“
Lohmann wurde von den Grundstückseigentümern gebeten, die Planungen zu übernehmen. Er trägt die Kosten, die durch die städtebaulichen Maßnahmen entstehen. Vorausgesetzt der städtebauliche Vertrag wird unterschrieben.

Kommentar

Friedrich Lohmann hat eine Chance verdient
Die Positionen im Kirchfeld könnten nicht unterschiedlicher sein. Offiziell darf es nur als Wochen­end-Wohngebiet genutzt werden. So soll es für manche Anwohner auch bleiben. Es gibt aber auch Eigentümer, die das Areal gern zu einem „echten“ Wohngebiet entwickeln möchten. Wieder andere möchten ihre großen Grundstücke zerstückeln und zu Geld machen. Außerdem befürchten die Anwohner der angrenzenden Straßen, dass eine weitere Besiedlung des Kirchfelds unweigerlich zu einem Verkehrskollaps im Ort führen wird. Vier Positionen, die sich schwer miteinander vereinbaren lassen.
Das weiß Friedrich Lohmann und es schreckt ihn nicht ab. Wenn er sagt, dass er noch keinen Planungsstrich gemacht hat, dann ist das glaubhaft. Er geht unvoreingenommen an das Projekt. In Bendes­torf bei der Erschließung des ehemaligen Filmstudio-Areals bewies der Entwickler, dass er auch bei extrem schwierigen Anliegerwünschen und Eigentumsrechten die Übersicht nicht verliert. Auch bei hitzigen Diskussionen blieb Lohmann sachlich. Und darauf kommt es jetzt an.
Sascha Mummenhoff