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Pella Sietas Werft: "Fähr-Rohbau" wird verkauft

Das Stahlkorsett wird derzeit schiffbar gemacht. Schlepper ziehen es auf die Elbe
bc. Neuenfelde. Stück für Stück trennt sich die „Pella Sietas“-Werft in Neuenfelde von ihren Altlasten. Das Stahlkorsett der nie fertiggestellten Fähre, das wie ein Mahnmal der Insolvenz (das WOCHENBLATT berichtete) jahrelang auf der Werft lag, wird den Betrieb an der Este-Mündung in Kürze verlassen. Das bestätigte Björn Pape, technischer Direktor, dem WOCHENBLATT auf Nachfrage: „Ja, die Fähre soll verkauft werden.“

Derzeit liegt das Schiff vor dem Dock an der Kaimauer. „Wir sind dabei, die Fähre schiffbar zu machen“, erklärt Pape. Zum Hintergrund: Die dänische Reederei „Færgen“, früher „Nordic Ferry Services“ (NFs), hatte im September 2010 drei Doppelendfähren bei Sietas bestellt, zwei wurden ausgeliefert. Dann kam Ende 2011 die Insolvenz dazwischen, die Dänen zogen ihre Bestellung für die dritte Fähre zurück.

Nun also hat die Fähre, die Platz für 600 Passagiere und 122 Fahrzeuge bietet, einen neuen Abnehmer gefunden. Wer das ist und für welchen Preis das halbfertige Schiff verkauft wird, wollte eine Sprecherin des Insolvenzverwalters Berthold Brinkmann nicht verraten. Die Fähre wurde damals nämlich nicht an das russische Unternehmen „Pella Shipyard“ veräußert. Insofern hat Brinkmann jetzt den Verkauf eingefädelt. Pape: „Wir haben damit im Prinzip nichts zu tun.“

Wann auf der ältesten Werft Deutschland (errichtet 1635) wieder neue Schiffe gebaut werden, kann Pape zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Die Altländer sind abhängig von ihrem neuen Eigentümer Garegin Tsaturow. Das russische Mutterunternehmen muss sein Okay geben.

Der bislang kommunizierte Plan lautet: Bis Ende 2016 sollen in Neuenfelde drei neue Schiffe entstehen. Ein Schlepper, ein Rettungsschiff und ein Eisbrecher. Eigentlich wollte man mit dem Brennen der Stahlplatten im Juni beginnen. Der Start verschiebt sich nun.

Aber auch so haben die mittlerweile wieder weit mehr als 100 Mitarbeiter der Werft gut zu tun. Die Altländer haben sich mit der Kooperation mit der „Meyer Werft“ in Papenburg ein weiteres Standbein geschaffen: die Fertigung von Schiffssektionen für Kreuzfahrtschiffe.