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"Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort"

Schornsteinfeger Christoph Quednau und sein Chef Maik Lofink vor dem Todeshaus

Neu Wulmstorfer Schornsteinfeger verhindert weitere Todesfälle

Ganz Deutschland redet von dem schrecklichen Unglück in Hamburg-Harburg. "Zum Glück war ich gerade vor Ort. Wer weiß, was sonst noch passiert wäre."
Christoph Quednau (28), Mitarbeiter der Neu Wulmstorfer Schornsteinfegerfirma "Maik Lofink", hat gerade seinen Dienst im Haus gegenüber in der Straße Beckerberg im Phoenix-Viertel Harburg beendet, als er beobachtet, wie zwei Streifenwagen vorfahren. Im Haus Nummer 9 wird ein Mensch vermisst.

In der aufgebrochenen Wohnung entdeckt die alarmierte Feuerwehr zwei leblose männliche Personen, in der gegenüberliegenden Wohnung ebenfalls eine leblose Person. "Hier stimmt etwas nicht", stellt ein Polizist mit Sauerstoffmessgerät fest. Das Gerät kann nicht den Kohlenmonoxid-Gehalt ermitteln.

Christoph Quednau meldet sich zu Wort, bietet den Beamten seine Hilfe und sein Meßgerät an. Er geht mit mehreren Feuerwehrmännern in die Wohnung - alle sind ohne Atemschutz. Der Schornsteinfeger misst 50.000 ppm (Teile pro Million) Kohlenmonoxid, ein Wert zwischen null und 100 ppm ist normal. "Sofort raus und mit Atemmasken rein", lautet die Ansage.

Polizei und Feuerwehr brechen sämtliche Wohnungstüren auf. Bewohner werden, kurz vor der Bewusstlosigkeit, ins Freie begleitet und den Rettungsteams übergeben. Weitere Wehren werden angefordert. Insgesamt sind 75 Feuerwehrleute im Einsatz.

Die höchste Kohlenmonoxid-Konzentration befindet sich laut Polizei im Kellerbereich und im Erdgeschoss - sowohl in Haus Nummer 9 als auch im direkt angrenzenden Haus Nummer 11. Dreizehn Menschen kommen mit einer Vergiftung ins Krankenhaus. Vier schweben jetzt noch in Lebensgefahr, darunter eine Mutter mit ihrem kleinen Kind.

Woher kommt der hohe, tödliche Kohlenmonoxid-Gehalt? Dazu Schornsteinfeger Quednau: "Die Ursache kann eine defekte Heizung sein, aber auch ein kaputter Schornstein, ein kaputter Gasherd, eigentlich alles, was mit Vebrennung zu tun hat."
Ein Tipp von Maik Lofink, um einem solchen Unglück im eigenen Haus eventuell entgegenzuwirken: Heizung und Schornstein regelmäßig warten lassen.
Wäre das Unglück vermeidbar gewesen? Bereits in der vorangegangenen Nacht hatte es aus dem Haus drei Notfallanrufe gegeben: Eine Frau war auf der Treppe gestürzt, zwei Männern ging es sehr schlecht. Die Männer waren ohne Befund wieder entlassen worden und nach Hause zurückgekehrt ...

• Kohlenmonoxid (CO) ist geschmacks- und geruchlos. Es legt sich auf die roten Blutkörperchen (Hämoglobin) und blockiert die Sauerstoffaufnahme. Der Mensch atmet ganz normal weiter, erstickt aber daran, dass das Blut keinen Sauerstoff mehr in den Körper transportieren kann.