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"Die Gespräche laufen": Entscheidung über Standort des Aldi-Zentrallagers noch offen

Auf der rot gekennzeichneten Fläche könnte das neue Aldi-Zentrallager entstehen (Foto: Grafik MSR)
kb. Seevetal. Rätselraten rund ums Aldi-Zentrallager: Zieht Seevetals größter Gewerbesteuerzahler tatsächlich nach Stelle, wo in der vergangenen Woche bereits die Weichen im laufenden Haushaltsjahr gestellt wurden? Oder hat Seevetal noch eine Chance, das Unternehmen in der Gemeinde zu halten?
Noch sei nichts entschieden, heißt es dazu aus der Verwaltung. "Wir befinden uns in laufenden Gesprächen", sagte Seevetals Bürgermeisterin Martina Oertzen in der vergangenen Woche im Rahmen der Bürgerfragestunde auf der Sitzung des Gemeinderates. Sie bat um Verständnis, keine weiteren, detaillierten Informationen geben zu können. Bestätigt wurde zum ersten Mal offiziell die bereits im WOCHENBLATT genannte potenzielle Ansiedlungsfläche an der Winsener Straße in Maschen. Hier könnte Aldi sein Zentrallager auf einem Areal von rund 20 Hektar errichten. Oertzen betonte jedoch, dass die in der Diskussion befindliche Fläche nicht direkt an Wohnbebauung grenze. "Davon sind wir rund 800 Meter entfernt", so Oertzen.
Aus den Reihen des Gemeinderates gibt es kaum offizielle Stellungnahmen in Sachen Zentrallager. "Die Suppe wird im Hinterzimmer gekocht", so Willy Klingenberg, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler. Sicher sei die Gemeinde Stelle schon einen Schritt weiter in der Planung, entschieden sei jedoch nichts. Klingenberg sieht jedoch einen weiteren Vorteil auf Stelles Seite: "Die Gemeinde ist schuldenfrei, da ist in den nächsten Jahren nicht mit einer Anhebung der Gewerbesteuer zu rechnen."
"Wer weiß, ob die Entscheidung nicht am Ende sogar zugunsten eines dritten Standorts fällt", meint Kay Kelterer, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Den Wegfall Aldis als Gewerbesteuerzahler sieht er zwar kritisch, aber: "Der Haushalt muss aus unserer Sicht sowieso überarbeitet werden."
Probleme könnte es in Seevetal, wie jetzt auch in Stelle, mit den Eigentümern des potentiellen Gewerbe-Areals geben. Ob und zu welchem Preis die verkaufen wollen, ist ebenso offen, wie die Bedingungen, die Aldi an die Ansiedlung knüpft.
• Der Gemeinderat hat sich einstimmig für die Erweiterung von Edeka-Knolle und die Ansiedlung eines Aldi-Marktes in Ramelsloh ausgesprochen und den Bebauungsplan sowie die Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen. Ebenso wurden die Bebauungspläne für das ehemalige "Hemo"-Gelände in Lindhorst und das kleine Wohngebiet an der der Straße "Zum Buchwedel" in Ohlendorf beschlossen.
• Die Gemeinde Seevetal hat Klage gegen den Zensus-Bescheid eingelegt. Laut Zensus leben in Seevetal rund 39.800 Bürger. "Das sind 2.000 Bürger weniger, als wir verwaltungsseitig erfasst haben", so Martina Oertzen. Dabei geht es um bares Geld: Von der Einwohnerzahl ist u.a. abhängig, wie hoch die Zuweisungen aus dem kommunalen Finanzausgleich für die Gemeinden sind.