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Spagat zwischen Kunst und Kommerz

Seit 2009 Unternehmenssprecher bei Stage Entertainment: Stephan Jaekel
kb. Seevetal. Zwölf Theater, 1.650 Mitarbeiter und fast 300 Millionen Euro Umsatz pro Jahr - allein in Deutschland, Mega-Erfolge wie "Der König der Löwen" oder "Das Wunder von Bern": Stage Entertainment ist hierzulande seit 2002 Marktführer für Musical-Theater. Unternehmenssprecher Stephan Jaekel war jetzt zu Gast beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Seevetaler Gewerbevereine und der Gemeinde. Er erklärte, wie sich das Inhaber geführte Unternehmen mit Hauptsitz in Amsterdam am Markt positioniert hat und warum Musicals ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Metropolregion Hamburg sind.
Die Zahlen sprechen für sich: Zweieinhalb Nächte bleibt ein durchschnittlicher Musical-Besucher in der Hansestadt, 2012 gaben die Stage-Gäste dabei 590 Millionen Euro aus - abseits des Musical-Theaters. Eine erhebliche Summe. "Hamburg ist eine attraktive Stadt, als eigentlichen Grund für ihren Besuch nannten aber 80 Prozent unserer Befragten das Musical", so Jaekel. Statistisch genauer ins Visier genommen wurden u.a. die Besucher des "Königs der Löwen". Ergebnis: Sie kommen aus allen Teilen Deutschlands an die Elbe, 54 Prozent legen dabei eine Distanz von 200 bis 500 Kilometer zurück 23 Prozent sogar mehr als 500 Kilometer. Rund 60 Prozent der Musical-Gäste bleiben über Nacht. Die Stage-Musicals sind damit ein echter Publikumsmagnet, der den Tourismusmarkt der Region bereichert.
Doch was macht den Erfolg von Stage Entertainment aus? "Anders als am Broadway oder in London haben wir alles - von der Produktion über das Theater bis hin zur Vermarktung - in einer Hand", so Stephan Jaekel. "Und wir kennen den deutschen Markt in- und auswendig." Vor Fehleinschätzungen schützt das nicht. Das trifft z.B. auf die Fortsetzung vom "Phantom der Oper" zu. "Das läuft nicht, die Menschen mögen das Musical einfach nicht", sagt Jaekel ganz klar. "Die Shows sind eben keine Selbstläufer."
Neben internationalen Erfolgen z.B. aus der Disney-Schmiede ("König der Löwen") setzt Stage auf Eigenproduktionen. "Das hat den Vorteil, dass wir diese dann auch ins Ausland weiterverkaufen können", so Jaekel. Ein Beispiel dafür ist das Udo Jürgens-Musical "Ich war noch niemals in New York", das z.B. in Japan ein Riesenerfolg war. "Rocky" hingegen wurde zwar als erste deutsche Show an den Broadway verkauft, floppte dort aber. "Man kann so etwas nicht voraussagen", weiß Stephan Jaekel aus langjähriger Erfahrung.
Der Spagat zwischen Kunst und Kommerz - für die Mitarbeiter von Stage Entertainment ist er tägliche Herausforderung. 133.000 Theaterplätze müssen pro Woche gefüllt werden. Während die aktuellen Stücke laufen, wird im Hintergrund schon an neuen Erfolgs-Musicals gearbeitet. Zudem leistet sich Stage Entertainment in der Hamburger Speicherstadt eine eigene Akademie für Darsteller - auf zehn Plätze pro Jahrgang gibt es jährlich 700 bis 800 Bewerber. • Infos: http://www.stage-entertainment.de.