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Runde zwei für das Kraftwerk

Zu dem neuen Dow-Gaskraftwerk soll sich ein Kohlekraftwerk gesellen. Die Pläne werden im Dezember erneut ausgelegt

Bebauungsplan für Dow-Kohlemeiler wird erneut ausgelegt / Umweltverbände demonstrierten

tp. Stade. Die Planungen des Chemiekonzerns Dow für das neue Kohlekraftwerk in Stade geht in die zweite Runde: Der Bebauungsplan wird, nachdem Kritiker Einwendungen geäußert haben, erneut öffentlich ausgelegt. Eine entsprechende Empfehlung gab der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umweltfragen (ASU) dem Verwaltungsausschuss bei der jüngsten Sitzung im Schwedenspeicher. Vor dem Gebäude protestierten Kritiker gegen den Kohlemeiler.
Das Gaskraftwerk ist Bestandteil des neuen integrierten Energiekonzeptes mit einer Strom- und Dampferzeugung aus Kohle, Gas, Wasserstoff und Biomasse. Die neuen Gasturbinen gingen kürzlich bereits in Betrieb (das WOCHENBLATT berichtete).
Mit dem Energiemix will der Chemieriese von fremden Stromanbietern unabhängig werden und den Standort Stade sichern.
Das neue Kohlekraftwerk gilt als innovativ, da es durch die Nutzung des Dampfes einen Wirkungsgrad von 60 Prozent erreicht. Der Wirkungsgrad herkömmlicher neuer Kohlekraftwerke liegt bei 40 bis 45 Prozent.
Nach der ersten Auslegung des B-Plans im Frühjahr dieses Jahres äußerten Umweltverbände und Bürger fachliche Einwendungen gegen das Kohlekraftwerk, sodass der B-Plan in folgenden Punkten überarbeitet wurde:
• Die Schornstein-Mindesthöhe beträgt 125 Meter.
• Der Schadstoffausstoß des Kohlekraftwerks in die Luft liegt zum Teil deutlich unter den Vorgaben der neuen Bundesimmissionsschutzverordnung.
• Die möglichen Auswirkungen eines künftigen bei Wedel geplanten Gaskraftwerks von Vattenfall sind nun in den Stader Plänen berücksichtigt. Unter anderem geht es um Bedenken wegen der Erwärmung des Elb-Wassers.
• Die Beschaffenheit der Energieträger Kohle und Biomasse hinsichtlich des Schadstoffgehaltes und Brennwertes wird verbindlich festgelegt.
• Die Kohle wird ausschließlich auf den Seeweg zum Kraftwerk transportiert. Zug und Lkw sind als Transportmittel vom Tisch.
• Zur Kühlung nutzt Dow bevorzugt das Wasser der Elbe. Alternativ enthält der Plan nun einen Kühlturm.
• Auf Wunsch von Umweltschützern prüfen Experten, ob in der Nähe des Kraftwerks der streng unter Naturschutz stehende Kleine Wasserfrosch vorkommt.
Der neue B-Plan wird von Anfang Dezember bis Anfang Januar im neuen Rathaus ausgelegt. Einwände sind erneut möglich.
Mitglieder der Umweltverbände Greenpeace, NABU, BUND und der Bürgerinitiative Stade-Altes Land demonstrierten gegen das Kohlekraftwerk. Sie kritisieren den aus ihrer Sicht zu hohen Ausstoß von jährlich bis zu 5,6 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid. "Der Neubau eines Kohlekraftwerks widerspricht allen notwendigen Maßnahmen zum Klimaschutz. Die geplante Neuauslegung ändert nichts an dieser Bewertung", sagt Silke Hemke (69, BUND-Kreisgruppe Stade).