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Baubeginn des Aldi-Zentrallagers in Stelle schon 2017?

Auf dieser Fläche soll das Zentrallager gebaut werden (Foto: archiv)
thl. Stelle. Es ist ein Mega-Deal, den die Gemeinde Stelle an Land gezogen hat - die Ansiedlung des Aldi-Zentrallagers auf der Gesamtfläche des Gewerbegebietes Fachenfelde-Süd (das WOCHENBLATT berichtete). Bereits im Jahr 2014 gab es Gespräche zwischen dem Discounter und der Gemeinde, die unerwartet von Bürgermeister Uwe Sievers beendet worden waren.
Anschließend holte sich die Gemeinde die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Landkreis Harburg (WLH) ins Boot und wollte das etwa 20 Hektar große Areal an kleinere Unternehmen vermarkten. "Doch im Dezember vergangenen Jahres gab es eine neue konkrete Anfrage von Aldi", so Jörg Ruschmeyer, Leiter der Stabsstelle für Gemeindeentwicklung und Wirtschaftsförderung. Seitdem ging alles ganz schnell. Mit Hochdruck wurden die Verkaufsgespräche mit den Grundeigentümern geführt. Wobei ein Eigentümer die ganze Sache beinahe zum Scheitern gebracht hätte. "Doch auch diese Kuh haben wir vom Eis geholt", so Ruschmeyer. Besonderes Geschmäckle dabei: Bei dem Eigentümer handelt es sich nach WOCHENBLATT-Informationen um ein Ratsmitglied. Deswegen konnten vergangenen Donnerstag die letzten Weichen gestellt werden.
Doch das sportliche Tempo, dass die Gemeinde jetzt vorgelegt hat, soll weitergehen. "Wir arbeiten jetzt mit Hochdruck am Entwurf des Bebauungsplanes", so Ruschmeyer. Dazu gehören u.a. Gutachten für die Oberflächenentwässerung sowie für Lärm und Verkehr und die Beteiligung der Öffentlichkeit. Ruschmeyer: "Nach Möglichkeit soll das Bauleitverfahren noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, damit Aldi ab 2017 bauen kann." Noch im gleichen Jahr soll das Zentrallager dann seinen Betrieb aufnehmen. Grund für die Eile: Am jetzigen Standort kann Aldi aufgrund dichter Wohnbebauung zwischen 22 und 7 Uhr nur einen kleinen Teil seines Lagers nutzen, was für das Unternehmen einen wirtschaftlichen Schaden darstellt. Das Personal von Ohlendorf soll nach Stelle wechseln, allerdings sollen dort auch weitere Arbeitsplätze entstehen.
Die Gemeinde Seevetal bedauert, dass Aldi seinen Standort für das Zentrallager nach Stelle verlegt. "Wir haben Aldi alle Türen dafür offen gehalten, auf Seevetaler Gebiet einen neuen Standort zu finden", so Verwaltungs-Vize Dirk ter Horst. Mit dem Umzug bricht Seevetal ein wichtiger Gewerbesteuerzahler weg.
Die Erschließung des Zentrallagers erfolgt über die K86, vermutlich über einen Kreisverkehr im Einmündungsbereich Uhlenhorst. Allerdings ist auch ein sogenannter versetzter Kreuzungsbereich als Alternative in der Diskussion. "Es ist ein großes Projekt für die Gemeinde, aber wir bekommen das hin", so Ruschmeyer zuversichtlich.
Die Begeisterung der Gemeinde teilen einige Bürger übrigens nicht. Sie beschweren sich jetzt schon über die Zunahme des Lkw-Verkehrs auf der K86 in Richtung Autobahn Maschen.