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Kleinere Betriebe verstärkt fördern: Minister Christian Meyer referierte in Garlstorf über nachhaltige Landwirtschaft

Bei der Infoveranstaltung (v. li.): Ingo Rieckmann, Ulrich Peper, Hans-Joachim Abegg, Christian Meyer, Hubertus von Hörsten, Heiner Schönecke und Peter Tenbrinck (Foto: Grünen-Ortsverband Salzhausen/Hanstedt)
ce. Garlstorf. Kleinere und mittlere bäuerliche Betriebe sollen noch mehr gestärkt und Investitionen in Tierwohl und Artenvielfalt mit Prämien unterstützt werden. Das kündigte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) jetzt bei einem Info- und Diskussionsabend in Garlstorf zum Thema "Nachhaltige Landwirtschaft" an. Veranstalter war der Grünen-Ortsverband Hanstedt/Salzhausen. Dessen Mitglied Ingo Rieckmann moderierte den Abend. Weitere Teilnehmer waren Ulrich Peper von der Landwirtschaftskammer, Biolandwirt Hubertus von Hörsten, Peter Tenbrinck vom Unternehmen "Eurofins Dr. Specht Laboratorien für Lebensmittelkontrollen", Salzhausens Bürgermeister Hans-Joachim Abegg und CDU-Landtagsabgeordneter Heiner Schönecke.
Christian Meyer ging auf die im vergangenen Jahr stark gesunkenen Preise für Milch und Schweinefleisch ein, was einen Wertschöpfungsverlust von rund 800 Millionen Euro für die niedersächsischen Landwirte zur Folge gehabt habe. Biobetriebe hingegen profitierten laut Meyer von einer sehr guten Preisentwicklung aufgrund der gestiegenen Nachfrage. Sorge bereitet dem Minister die Nachfrage nach billiger Bioware mit fraglicher Qualität aus dem Ausland.
Meyer zeigte sich erfreut, dass er in den vergangenen Jahren die Bevorzugung kleinerer und mittlerer Betriebe bei der Zuteilung von Subventionen erreicht habe. Dies habe 45 Millionen Euro an Subventionen Zuschüssen nach Niedersachsen gebracht.
Ein weiteres Thema war die Überdüngung. Durch sie - so Meyer - seien die Grundwasserbereiche vielerorts in einem schlechten Zustand und das Trinkwasser gefährdet. Die EU werde voraussichtlich Klage zur Einhaltung des Grundwasserschutzes einreichen. Für einen präventiven Grundwasserschutz sei die Umsetzung der neuen Düngeverordnung sehr wichtig. Meyer arbeitet nach eigenen Angaben mit Landwirten an Programmen zur Verbesserung der Haltungsbedingungen für Schweine und Geflügel. Mehr Tierschutz koste allerdings mehr Geld, das bei den Bauern ankommen müsse.
Bezüglich der umstrittenen TTIP-Handelsabkommens wies Christian Meyer darauf hin, dass derzeit aus den USA kein Hühnerfleisch aufgrund der Chlorbehandlung und kein Schweinefleisch (Hormonbeigaben) nach Deutschland importiert werde. "Sollte unser Lebensmittelstandard nicht geschützt werden, besteht die Gefahr, dass die Landwirtschaft zu den größten Verlierern des TTIP-Abkommens gehören wird", warnte Meyer.
In der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um den Einsatz von Gülle und Nitraten und um daraus folgende Belastungen für das Grundwasser. Ulrich Peper erklärte hierzu, dass die Nährstoffströme im Landkreis Harburg von der Landwirtschaftskammer sehr genau erfasst würden, und bezogen auf die bestehenden Flächen eher noch Bedarf bestehe. In der Region habe das Grundwasser eine sehr gute Qualität, es gebe nur vereinzelt Brunnen mit Nitratbelastungen. Hubertus von Hörsten erklärte, auf seinem nachhaltigen Bauernhof mit 100 Hektar Land falle keine Gülle an, da die Tiere auf Strohb stünden. Der Festmist werde als betriebseigener Dünger genutzt.