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Neue Flüchtlingsunterkunft in Buchholz: Skeptiker sind in der Minderheit

Rund 300 Bürger kamen zur Informationsveranstaltung im Albert-Einstein-Gymnasium

Sachliche Diskussion um neues Containerdorf am Schulzentrum am Buenser Weg

os. Buchholz. "Ich habe keine Bedenken wegen der Flüchtlinge, sondern dass mein Sohn heil zur Schule kommt." Mit diesen Worten versuchte Buchholz' Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse bei der Informationsveranstaltung für den Bau einer neuen Flüchtlingsunterkunft in Buchholz die Vorbehalte einzelner Bürger gegen das Containerdorf zu zerstreuen. Rund 300 Bürger kamen am vergangenen Donnerstagabend in die Rotunde des Albert-Einstein-Gymnasiums. Röhses Sohn besucht ab Sommer das Schulzentrum am Buenser Weg.
Wie berichtet, plant der Landkreis Harburg auf einem kreiseigenen Areal in der Straße "An Boerns Soll" - gegenüber des Busrondells - den Bau einer Unterkunft für 120 Flüchtlinge. Mit der Fertigstellung rechnet Reiner Kaminski, Dezernatsleiter Soziales beim Landkreis, im Herbst. Zusammen mit Kreis-Pressesprecher Johannes Freudewald, Thorsten Völker (Koordinator Flüchtlingsunterbringung), Röhse und Buchholz' Pressesprecher Heinrich Helms stand Kaminski den Bürgern Rede und Antwort.
Kaminski verdeutlichte einmal mehr den Druck, unter dem der Landkreis steht. Jede Woche werden ihm zwischen 35 und 40 Flüchtlinge zugewiesen, bis Ende des Jahres muss der Kreis Platz für weiter rund 1.500 Neuankömmlinge schaffen. Es sei eine gesellschaftliche Verpflichtung, den Flüchtlingen Schutz zu gewähren, betonte Kaminski.
Die Skeptiker unter den Bürgern waren in der erstaunlich sachlichen Diskussion in der Minderheit. Ein Mann befürchtete den Werteverlust seiner Immobilie - ein Klassiker bei der Argumentation gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. Auch die Tatsache, dass der Landkreis sich nicht aussuchen könne, wen er aufnimmt, sorgte für Kritik. Der Kreis erfahre erst drei bis sieben Tage vor der Aufnahme, welcher Nationalität und Religion die Flüchtlinge angehören, klärte Kaminski auf. Das Argument, dass viele Flüchtlinge nur aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland kommen, konterte Kaminski mit dem Hinweis auf das Recht auf Asyl und die Genfer Menschenrechtskonvention. Applaus erhielt eine Frau aus der Märchensiedlung, die bekannte: "Ich freue mich richtig auf die Flüchtlinge. Wir verkehren häufig nur unter unseresgleichen. Da kann es nur gut tun, neue Menschen kennenzulernen."
Unterstützung erhält der Kreis von den Schulen. "Wir können uns nicht vor sozialer Verantwortung drücken und werden soziale Kontakte selbstverständlich zulassen", betonte Hans-Ludwig Hennig, Leiter des Albert-Einstein-Gymnasiums.