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Buxtehuder Moschee-Streit ist noch nicht beendet

So sieht die Stader Moschee aus. Der Bau in Buxtehude wird funktionaler ausfallen (Foto: archiv)

tk. Buxtehude. Der Streit um die Moschee, die die muslimische Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jammaat (AMJ) in Buxtehude am Alten Postweg bauen will, ist noch nicht abgeebbt. Nach rechter anonymer Hetze im Internet macht jetzt ein ebenfalls anonymes Flugblatt die Runde. Die unbekannten Flugblattt- Autoren distanzieren sich von der vorangegangenen Hetz-Attacke. Diese verquickte die Vergewaltigung einer Schülerin in Buxtehude und das Bauprojekt miteinander (das WOCHENBLATT berichtete). Den Flugblatt-Schreibern geht es, wortwörtlich zitiert, "um die Bewahrung des friedlichen Miteinanders und der Wohnqualität." Der Islam, schreiben die Verfasser weiter, gehöre aber nicht nach Deutschland, sondern werde allenfalls geduldet.

Sie unterschreiben mit "besorgte Bürger Buxtehudes" und erklären ihr namenloses Tun unter anderem damit, dass das WOCHENBLATT Kritiker des Moschee-Baus mundtot mache und gesellschaftlich ausgrenze. Wer Bedenken äußere, werde kriminalisiert.
In der Sache kritisieren die Unbekannten, dass sie vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Das Projekt gelte als "beschlossenen Sache". Im Gegenzug gebe es bei Politik und Verwaltung offenbar keine Motivation, Parkplätze, Fußballplätze und einen Spielplatz zu bauen". Zudem führen die Flugblatt-Autoren ins Feld, dass AMJ-Mitglieder nach dem Moschee-Bau in die Nähe ziehen würden und damit eine Verdrängung der Bewohner stattfände.

Ganz offenbar geht es aber nicht nur um echte oder vermeintliche Sorgen von Anliegern, sondern genauso um grundsätzliche Ablehnung. Die Äußerungen der beiden evangelischen Pastoren Oliver Friedrich und Lutz Tietje im WOCHENBLATT, die den Moschebauu als Zeichen der religiösen Vielfalt begrüßt hatten, seien "unbegreiflich". Westliche Werte würden verlorengehen. Und wörtlich: "Fremden Interessen werden Haus und Hof geöffnet." Die anonymen Verfasser schließen mit den Worten "Armes Deutschland".
Die AMJ in Buxtehude ging nicht davon aus, dass es zu erbittertem Widerstand gegen ihre Moschee-Pläne kommen würde.

Der Sprecher Ata Shakoor ging nach vielfältigen positiven Erfahrungen mit offenen Diskussionsrunden und an Infoständen davon aus, dass der Moschee-Bau kein Anlasse für Streit liefern werde. Offenbar sieht die Wirklichkeit anders aus. Vor dem Hintergrund der ersten Hetz-Attacke hatten Politiker von SPD, CDU, Grünen BBG/FWG allerdings schon ihre Solidarität mit der AMJ bekundet.

Ein Kommentar zum Moschee-Streit und anonymen Kritikern

Das ist der planungsrechtliche Stand der Dinge beim Moschee-Bau:

Der Bauantrag für die Moschee am Alten Postweg liegt aktuell in der Buxtehuder Bauverwaltung vor. "Ein Vorgang, wie jeder andere Bauantrag auch", sagt Stadtbaurat Michael Nyveld. Es gebe weder eine Bevorzugung, genauso wenig eine Benachteiligung.
Sollten sich offene Fragen ergeben, werden die mit den Bauherrn von der AMJ geklärt. Weil es sich beim Alten Postweg planungsrechtlich um ein Gewerbegebiet handele, stehe der Errichtung von Gebäuden für kirchliche oder religiöse Zwecke planungsrechtlich grundsätzlich nicht im Weg.