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Einen Lebenstraum erfüllt: Florian Eickmann ist neuer Müller in Hollern-Twielenfleth

Florian Eickmann ist der neue Müller in Hollern-Twielenfleth

Nischenprodukte und persönlicher Kundenkontakt sind zwei Geheimnisse des Erfolgs des historischen Betriebs


sb. Hollern-Twielenfleth. Schon als Kind war Florian Eickmann (45) von Windmühlen fasziniert. Zwar absolvierte er zunächst eine kaufmännische Ausbildung, drückte jedoch mit 30 Jahren erneut die Schulbank in der Deutschen Müllerschule in Braunschweig und wurde Techniker für Müllerei und Mühlenbau. Jetzt hat der gebürtige Berliner und Wahl-Stader sich einen Lebenstraum erfüllt. Anfang des Jahres übernahm er von Hein Noodt (71) die historische Mühle "Venti Amica" in Hollern-Twielenfleth.

"Familie Noodt ist nach wie vor Inhaber der Mühle", erklärt Eickmann. Er sei Pächter und Geschäftsführer der von ihm gegründeten "Venti Amica GmbH". Für die Existenzgründung holte sich der zweifache Vater Unterstützung von der Stader Unternehmensberatung Dr. Eichenlaub und Willkomm. Michael Willkomm unterstützte Florian Eickmann in den Bereichen kaufmännische Organisation und Betriebsübernahme und gab Tipps für Finanzierung und Gründungszuschüsse. "Selten ist eine von mir begleitete Betriebsübergabe so fair und geordnet verlaufen wie zwischen Herrn Noodt und Herrn Eickmann", lobt Willkomm.

In der historischen Mühle, die Mitte des 19. Jahrhunderts niederbrannte und 1851 wieder aufgebaut wurde, wird noch wie früher Mehl mit der Kraft des Winds gemahlen. Viele andere Getreideprodukte, z.B. Vollkornschrot, sowie Tierfutter vom Pferdemüsli bis zu Hühnerkörnermischungen, ergänzen das einmalige Sortiment. "Ich biete Nischenprodukte an, die große Mühlen nicht oder nur in großen Mengen produzieren", erklärt Eickmann. "Viele regionale Bäcker und Gastronomen beziehen bei mir beispielsweise Quetschdinkel oder grobes Roggenschrot, das sich besonders gut zum Panieren von Fisch eignet."

Neben der Produktion begrüßt der Müller fast täglich Touristen in seiner Mühle. Diese dürfen jederzeit die 51 ausgetretenen Holzstufen bis zum dritten Mühlenboden hochsteigen, das alte Mahlwerk bestaunen oder den Blick von der Mühlengalerie auf das Alte Land und die Elbe genießen. Florian Eickmann schätzt den persönlichen Kontakt zu seinen Kunden und Gäste sehr. "Das gibt meiner Arbeit die richtige Würze."