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Peter Dörsam wird Tostedts neuer Rathaus-Chef

Dr. Peter Dörsam wird am 1. November neuer Rathaus-Chef in Tostedt
 
Dr. Peter Dörsam jubelte mit seinen Unterstützern

Der Heidenauer gewinnt die Wahl gegen Amtsinhaber Dirk Bostelmann

bim. Tostedt. Mit extrem harten Bandagen wurde in den vergangenen Tagen in der Samtgemeinde Tostedt um die Wählergunst gekämpft. Jetzt endete die Stichwahl um das Amt des Samtgemeinde-Bürgermeisters mit einem Wahlsieg für Dr. Peter Dörsam (47). Der als unabhängiger Kandidat angetretene Heidenauer wird am 1. November Tostedts neuer Rathaus-Chef.
Mit 61,7 Prozent der Stimmen überholte Dörsam (Grüne/UWG Heidenau) Amtsinhaber Dirk Bostelmann (62, CDU, 38,3 Prozent) um 23,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung war für eine Stichwahl mit 48 Prozent recht hoch.
Dirk Bostelmann muss - wie er zugibt - das Ergebnis erst einmal verdauen. „Mit einer solchen Niederlage habe ich nicht gerechnet. Ich habe weder Unrechtes getan, noch sind Maßnahmen misslungen. Noch habe ich mich mit dem Rat erzürnt. Auch mit der Belegschaft im Rathaus habe ich ausgezeichnet zusammengearbeitet“, so Bostelmann, der nun den Ursachen für die Niederlage auf den Grund gehen will.
„Ich habe mit einem guten Ergebnis gerechnet, aber nicht mit einem solchen Erfolg“, strahlte Dörsam, dem nach der Wahl die Bürger im Rathaus und im Hotel „Zum Meierhof“ gratulierten. „Bei dem Wahlkampf zur Stichwahl war vieles unterhalb der Gürtellinie", so Dörsam. Sein Dank galt nicht nur seinen Wählern, sondern auch seinem „fantastischen Wahlkampfteam“.
Wenn er am 1. November das Amt übernimmt, will er alle Anliegen offen mit Rat und Bürgern diskutieren und den Internetauftritt der Samtgemeinde entsprechend umgestalten. „Die beiden ersten großen Projekte, die anstehen, sind das Freibad und dass für die Raumsituation der Grundschule Todtglüsingen schnell eine Lösung gefunden wird“, so Dörsam. Alle Projekte sollen so umgesetzt werden, dass ein Abbau der Verschuldung möglich ist, sagt Dörsam.
Insgesamt traten 10.245 Bürger der Samtgemeinde Tostedt an die Urnen. Abzüglich der ungültigen Stimmen entfielen 6.300 auf Dörsam und 3.914 auf Bostelmann.

Kommentar

Die Bürger haben gewählt und ein eindeutiges Votum für Peter Dörsam abgegeben. Es ist offenbar ein Zeichen, dass sie - abgesehen von allen wirklich anzuerkennenden Errungenschaften wie z.B. der Ausstattung der Feuerwehren, dem Neubau zweier Turnhallen und dem Ausbau des Himmelswegquartiers - nicht mit jeder politischen Entscheidung einverstanden waren. Rat und Verwaltung leisten gute Arbeit - keine Frage. Und niemand beneidet die ehrenamtlichen Ratsmitglieder, wenn eine ihrer oft nach vielen Diskussionen und Abwägungen getroffene Entscheidung durch Bürgerbegehren und Bürgerenstscheide infrage gestellt wird. Doch auch das ist Demokratie.
Dirk Bostelmann muss(te) in seiner Funktion als Samtgemeinde-Bürgermeister die Ratsentscheidungen kommunizieren und wenn nötig verteidigen. Mancher Wähler mag ihm allerdings die Art und Weise, wie er dies getan hat, übel genommen haben.
Bleibt zu hoffen, dass der Rat den Bürgerwillen respektiert und offen und konstruktiv mit dem neuen Bürgermeister zusammenarbeiten wird. Und Dr. Peter Dörsam muss nun auch zeigen, dass er es wirklich - wie angekündigt - besser machen kann. Den Wahlkampfversprechungen müssen dann auch realistische Taten folgen. Bianca Marquardt