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"Für den Verein untragbar"

Erst gefeuert - dann wieder im Amt / Daniel Untermann bleibt Trainer beim SV Beckdorf / Vereins-Chef tritt zurück

ig. Beckdorf. Turbulenzen beim SV Beckdorf! Der erst am vergangenen Wochenende vom Vorstand gefeuerte Coach Daniel Untermann sitzt wieder auf der Trainerbank, leitet seit Donnerstag wieder die Übungsstunden beim Handball-Oberligisten.
Der Vorstand nahm am Montag die Freistellung mit einer Gegenstimme des SV-Vorsitzenden Jörg Neumann zurück. Mit dramatischen Folgen: Der Vereins-Chef gab am Mittwoch seinen Rücktritt bekannt.
Die Entscheidung des Vorstandes sei fatal, sagt der Beckdorfer. Und: Er könne nicht in die Halle gehen und Untermann unterstützen. Zum Hintergrund: Untermann hatte am Montag dem Vorstand weitere Unterlagen zur Verfügung gestellt, „die das Vertrauensverhältnis so weit wiederhergestellt haben, dass Herr Untermann bis Saisonende auf der Bank sitzt“, so eine Vorstandssprecherin.
„Ich hätte ihn auf keinen Fall zurückgeholt“, kontert Neumann. Er wolle Schaden vom Verein abwenden, habe die Befürchtung, dass Sponsoren abspringen.
Wie berichtet, geriet Untermann in die Schlagzeilen, weil er nach einer Spendenaktion den Freundeskreis des Deutschen Handballs (FDDH) 15.700 Spendengelder veruntreut hat. Dafür wurde er verurteilt. Der Handballverband Berlin und der Deutsche Handballbund (DHB) prüfen, wie sie ihm die Lizenz entziehen können.
Einen Lizenzentzug müsse er nicht befürchten, glaubt Untermann und betont: Er habe gegen das Urteil Revision eingelegt. Davon weiß allerdings der FDDH nichts.
Die Entscheidung des Vorstandes sei ein Riesen-Fehler, stellt Neumann heraus. Er habe sich in Berlin und bei anderen Vereinen informiert, nachgefragt und stets pessimistische Antworten erhalten. „Untermann ist für den Verein unzumutbar.“
Neumann ist sich sicher, dass die Mehrheit des Vereins seine Meinung mittrage. Er habe in den letzten Tagen viel Zuspruch erhalten. Er solle auf keinen Fall hinwerfen. Ihm bleibe aber keine andere Wahl. Dabei wollte er den Club weiter nach vorne bringen, neue Strukturen aufbauen, ein Junioren-Team etablieren. Für ihn steht fest: Der Verein besitzt großes Potenzial. Die Entscheidung des Vorstandes sei wohl darauf zurückzuführen, „dass Angst vorhanden ist“. Konkret: Sponsoren könnten abspringen. Er habe gehofft, dass Untermann zuerst seine Probleme löst. „Wenn er meint, zu Unrecht beschuldigt zu werden, soll er das klären. Dann hätte man weiter sehen können.“
Dem Verein den Rücken kehren will Neumann aber nicht - auch wenn das Tischtuch zwischen ihm und dem Trainer zerschnitten sei. „Wichtig ist, dass die erste Herren weiter so erfolgreich spielt, den Aufstieg schafft. Das ist ein tolles Team.“ Die Mannschaft habe die „Rückkehr“ Untermanns professionell aufgenommen.
Der Ex-Vorsitzende will die ganze Sache erst einmal sacken lassen, als Sponsoren-Betreuer aber weiter agieren. Eine weitere Mitarbeit schließe er für die Zukunft nicht aus.