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"Flächenbrand" oder Sturm im Wasserglas?: Geplanter Bürgerwindpark sorgt weiter für Wirbel in der Elbmarsch

Ilka Schulze von der Bürgerinitiative (Foto: oh)
ce. Elbmarsch. Der Wirbel um den geplanten Bürgerwindpark in der Elbmarsch dauert weiter an. Jetzt meldet sich eine Bürgerinitiative aus den Orten Tespe, Avendorf und Bütlingen, zwischen denen der Park errichtet werden soll, zu Wort. Nach Ansicht der BI ist in der Bevölkerung ein "Flächenbrand" gegen die Windräder entstanden. Wie berichtet, will die Bürgerwind Samtgemeinde Elbmarsch GmbH & Co. KG ein Areal mit etwa sechs bis zu 200 Meter hohe Windkraftanlagen bauen lassen. Die beteiligten rund 50 Kommanditisten sind bereit, die Gesellschaft mit je 10.000 Euro Risikokapital zu unterstützen, um die Planungskosten abzudecken.
"Der Name der Gesellschaft suggeriert, dass billiger Strom für die Bürger erzeugt werden soll", so BI-Sprecherin Ilka Schulze (66). "Fakt ist aber, dass die etwa 50 Investoren eine kommerzielle Firma als GmbH & Co. KG gegründet haben." Die ehemalige Bankkauffrau Schulze kritisiert, dass das Konzept für den Windpark "nicht durchdacht" und die angekündigte Rendite von neun Prozent auf die Gesellschaftereinlage wahrscheinlich "nicht zu erzielen" sei.
Die im Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms 2025 ausgewiesenen Flächen kämen für Windkraft nicht in Frage, weil sie etwa Lebens- und Nahrungsräume für den geschützten Rotmilan seien. Schulze verweist auf eine EU-Richtlinie, wonach beim Vorkommen des Rotmilans das betreffende Terrain geschützt sei und für kommerzielle Zwecke nicht zur Verfügung stehe.
"Es soll ein 'echter' Bürgerwindpark werden, der idealerweise zu 100 Prozent von den Menschen vor Ort initiiert und finanziert wird", hatte Günther Bock, Vorsitzender des Gesellschafts-Beirates, kürzlich im WOCHENBLATT versichert. Die Mindestabstände von 1.000 Metern zur Wohnbebauung würde eingehalten, die Schall-Grenzwerte nicht überschritten. Bezüglich des Vogelvorkommens würden derzeit gesetzlich vorgeschriebene Beobachtungen laufen.