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Geteilte Meinungen zu plattdeutschen Ortsschildern in der Samtgemeinde Lühe

In Lühe gibt es keine Einigkeit in puncto neuer Ortsschilder auf Plattdeutsch (Foto: Graphik: MSR)
lt. Lühe. Die plattdeutsche Sprache spielt im Alten Land eine große Rolle und wird schon seit geraumer Zeit an vielen Schulen gepflegt, damit sie nicht in Vergessenheit gerät. Besonders engagiert ist u.a. die Grundschule Steinkirchen, die jüngst als "Plattdeutsche Schule" ausgezeichnet wurde (das WOCHENBLATT berichtete).
Doch was sich jetzt in der Samtgemeinde Lühe anbahnt, wird wohl nicht als gelungene Plattdeutsch-Initiative, sondern eher als ein Riesen-Kuddelmuddel in die Geschichtsbücher eingehen.
Wie berichtet, hat sich die Gemeinde Guderhandviertel (Goderhandveerdel) entschlossen, zweisprachige Ortsschilder aufzustellen. Diesem Beispiel wollen Neuenkirchen (Neekark) und Grünendeich (Greundiek) folgen.
In Steinkirchen, Mittelnkirchen und Hollern-Twielenfleth hingegen hält man aus unterschiedlichen Gründen nichts von dem plattdeutschen Zusatz im Ortsschild.
So gibt es für Mittelnkirchen offenbar keinen eindeutigen plattdeutschen Ortsnamen. Außerdem ist das Geld in der Gemeinde knapp und ein neues Schild kostet immerhin ca. 250 Euro. Hollern-Twielenfleth hat auf Plattdeutsch keinen anderen Namen. Und in Steinkirchen hält man die Anschaffung neuer Schilder zur Betonung des Plattdeutschen Erbes schlicht für unnötig. "Wir fördern das Plattdeutsche lieber direkt in den Schulen und Kindergärten, z.B. durch die Anschaffung neuer Bücher", so Ortsbürgermeister Michael Gosch. Sollten sich aber irgendwann alle Gemeinden für die neuen Ortsschilder aussprechen, werde Steinkirchen auch mitziehen, so Gosch.
Dass nun künftig womöglich auf einigen der insgesamt rund 30 Ortsschildern in der Samtgemeinde ein plattdeutscher Name steht und auf anderen nicht, hält Bauamtsleiter Rolf Riggers für "unglücklich". Es sei ohnehin mancherorts schon schwer zu wissen, in welcher Gemeinde man sich gerade befinde. Durch die neue Beschilderung werde alles noch unübersichtlicher, fürchtet Riggers.
Für Kritiker der Samtgemeinde und Befürworter der Einheitsgemeinde dürfte dieses "Schilder-Kuddelmuddel" ein gefundenes Fressen sein.
Übrigens: Vorreiter in Sachen plattdeutsche Ortsschilder im Landkreis Stade ist Agathenburg, dass seit 2006 zusätzlich den plattdeutschen Namen Gothenborg im Ortsschild trägt. Ein paar Jahre später zog Buxtehude (Buxthu) nach. Auch in Bliedersdorf (Bliersdörp) gibt es inzwischen den plattdeutschen Zusatz im Ortsschild.