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In Dohren entsteht der erste Natur-Hort der Region

Jan Lürtzing-Brodersen (re.) und Falko Doerffer vor dem ehemaligen Pfadfinderheim, das zum Natur-Hort umgewandelt wird
 
Jan Lürtzing-Brodersen und Falko Doerffer wollen auch gemeinsam mit den Kindern kochen
bim. Dohren. Das dürfte in Niedersachsen einmalig und eine Premiere sein: Jan Lürtzing-Brodersen (29) wird im beschaulichen Dohren (Samtgemeinde Tostedt) einen Natur-Hort eröffnen. In unmittelbarer Nähe zum Landschaftsschutzgebiet können Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren ab Ende März in der Natur spielen, die Jahreszeiten hautnah erleben und ihrer Kreativität im Umgang mit Naturmaterialien freien Lauf lassen. Sportliche Aktivitäten, Projektarbeiten und die Hausaufgabenhilfe runden das Angebot ab.
Jan Lürtzing-Brodersen ist eigentlich nicht vom Fach. Begeistert vom Konzept der Naturkindergärten und um mehr Zeit mit seinem Sohn Lukas (7) verbringen zu können, kam dem selbstständigen Vermögensberater vor eineinhalb Jahren die Idee zu dem Natur-Hort, der den Namen "Die Naturkinder" tragen wird.
Um diese zu realisieren, setzte sich Jan Lürtzing erneut auf die Schulbank. Während er tagsüber in Versicherungsfragen beriet, ließ er sich abends zum Tagespfleger ausbilden. In dem Qualifizierungskursus lernte er auch Falko Doerffer (33), selbst Vater zweier Kinder, kennen. Der war von der Idee des Natur-Horts sofort begeistert und wird das Konzept nun mit umsetzen.
Bei der Suche nach den passenden Räumen für den Natur-Hort kam Jan Lürtzing der Zufall zuhilfe: Die Tostedter Johannes-Kirchengemeinde wollte das ehemalige Pfadfinderheim in Dohren verkaufen. Das Haus, das nur wenige Meter vom Spielkreis "Rasselbande" entfernt liegt, hat er nun gemietet.
In dem Natur-Hort werden acht Mädchen und Jungen aufgenommen. Die Betreuungskosten gleichen Kindergartenbeiträgen und werden über den Landkreis Harburg bezuschusst. Betreuungszeiten sind täglich von 11 bis 18 Uhr und damit länger als sonst im Hort üblich - auch in den Ferien. "Denn wie sollen Eltern es bei 30 Urlaubstagen im Jahr sonst schaffen, 90 Ferientage im Jahr zu überbrücken?", weiß Jan Lürtzing um die Probleme bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Um die Eltern zu entlasten, wird es auch einen Schultransfer geben, das heißt, die Kinder werden von den jeweiligen Grundschulen abgeholt.
Dann gehört neben Spiel, Sport und Hausaufgabenhilfe das gemeinsame Mittagessen zum festen Tagesablauf. "Wir werden auch zusammen mit den Kindern kochen. Das stellt für mich ein großes Abenteuer dar", schmunzelt Jan Lürtzing.
Beim Natur-Hort setzt er auf zwei Konzepte: auf das der Naturkindergärten sowie auf gewaltfreie Kommunikation nach dem Konzept des amerikanischen Psychologen Marshall Rosenberg (1934 - 2015). "Dabei nutzen wir eine Sprache, die Menschen nicht klein macht und das Selbstbewusstsein fördert", so Lürtzing.
Jetzt muss das frühere Pfadfinderheim noch renoviert und die Gartenflächen gestaltet werden. Dabei stehen den beiden Vätern auch Bernd Remus und Manya Gleißenberg, die Erzieher des Naturkindergartens Tostedt, mit Rat zur Seite, wenn es etwa um die Anlage einer Seilbahn geht. Weiterhin sind auf dem 4.650 Quadratmeter großen Gelände eine Sandkiste und ein Klettergerüst aus Baumkronen geplant.
• Nähere Infos zum Natur-Hort gibt es im Internet unter www.dienaturkinder.de.