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"Unangemessene Vorfestlegung": Bürgewind-Gesellschaft kritisiert geplante Streichung von Windkraft-Vorrangflächen durch Landkreis

Kritisiert die geplante Streichung der Windkraft-Flächen: Günther Bock von der Bürgerwind-KG (Foto: Bock)
ce. Elbmarsch. Weiter mächtig politischen Wind gibt es um die vom Landkreis Harburg angekündigte Rücknahme von Windkraft-Vorrangflächen bei Tespe aus Vogelschutzgründen aus dem Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogrammes (RROP) 2025. Günther Bock, Beiratsvorsitzender der sich für einen Windpark engagierenden Bürgerwind Samtgemeinde Elbmarsch GmbH & Co. KG, ist verwundert über die Streichung der Areale. "Wir wissen, dass der Kreis noch lange nicht fertig ist mit der Auswertung der öffentlichen Beteiligung. Eine Abstimmungsvorlage wird nicht vor Frühjahr zu erwarten sein", sagt Bock in einer Pressemitteilung. Die in seinen Augen verfrühte Äußerung der Kreisverwaltung sei eine "unangemessene Vorfestlegung".
Richtig sei - so Bock weiter -, dass eine östliche Fläche im Raum Tespe aufgrund der Existenz von Rotmilan-Horsten als Windenergie-Standort problematisch wäre. Von einer anderen, östlichen Flächen lägen die Horste jedoch weiter entfernt. "Wir sind der Meinung, dass ein moderner Naturschutz auch den Klimaschutz durch erneuerbare Energien beinhalten muss", betont Bock. Realisiert werden könne dies durch den Anbau hochwüchsiger Pflanzen um die Windräder herum und das Abschalten der Anlagen während der Ernte. Dadurch sei es möglich, Greifvögel weitgehend zu schützen. Dieses werde bundesweit vielerorts bereits praktiziert.
Die Bürgerwind-KG reagiert die Unverständnis darauf, dass der Landkreis die zunächst von ihm selbst in den RROP-Entwurf eingearbeiteten Windkraft-Terrains wieder in Frage stelle. "Das kann nur den Sinn haben, dass der Kreis vor den Gegnern einknickt und auf eine sich selbst verstärkende Meinungsbildung hofft, die in einem 'Das wird sowieso nichts' gipfelt", ist Bock überzeugt.
Die Bürgerwind-Initiative mit derzeit gut 50 Kommanditisten aus der Elbmarsch werde am Projekt festhalten. Zudem hätten sich bei Unterschriftensammlungen fast 700 Elbmarscher - ein Drittel davon aus Tespe - zum Vorhaben bekannt. Auch von den politischen Gremien vor Ort gebe es große Unterstützung. Günther Bock: "Erst vor knapp zwei Monaten hat sich der Samtgemeinderat mit nur einer Gegenstimme für den Verbleib der Tesper Flächen im RROP-Entwurf ausgesprochen."