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Packendes Derby mit kuriosem Ende

Dennis Halmke setzte den vermeintlichen Siegtreffer (Foto: ig)
ig. Fredenbeck. Nichts für schwache Nerven war die Oberliga­begegnung zwischen Fredenbecks Zweiter und der HSG Bützfleth/Drochtersen. Das mit allen Attributen eines Derbys versehene Spiel wurde erst in letzter Sekunde entschieden.

Zuvor konnte sich keiner der Kontrahenten entscheidend absetzen. Über 60 Minuten wurde den über 300 Zuschauern in der Geestlandhalle spannende und kampfbetonte Oberligakost serviert. Beide Teams gingen hellwach in die Begegnung, gaben sich bei wechselnder Führung keine Blöße. Fredenbeck mit den etwas flüssiger wirkenden Angriffs-Aktionen, Bü/Dro schaffte wegen der teilweisen Manndeckung gegen Marcin Waryas erfolgreich zum 1:1.

Bei bis dahin ständig wechselnder Führung erspielte sich der VfL in der 11. Spielminute beim 7:5 den ersten Zwei-Tore-Vorsprung. Beim 11:11 war Bü/Dro wieder dran, ging in Führung, hielt die Spannung bis zum 15:15 Pausenstand hoch. Das Kopf an Kopf-Rennen setzte sich auch in Hälfte zwei fort und fand seinen Höhepunkt in der dramatischen letzten Spielminute.

Bei 22 Sekunden Restspielzeit stand es 30:30 auf der Anzeige, als Jonas Buhrfeind zum 31:30 für Fredenbeck einnetzte. Doch der Treffer fand keine Anerkennung. Das Signal vom Zeitnehmertisch war im Lärm der Zuschauer untergegangen, Fredenbeck hatte eine Auszeit beantragt. Es blieb beim 30:30. Die folgende Angriffsaktion schloss Fredenbeck überhastet ab. Bü/Dro-Keeper Benjamin Kenter parierte, spielte Sekunden vor Spielende einen langen Pass nach vorn auf Bü/Dros dienstältester Spieler Dennis Halmke, der bis dahin durchgespielt und noch die Kraft hatte, den deutlich jüngeren Spielern wegzusprinten - und zum 31:30 für Bü/Dro traf.

Aber auch dieser Treffer wurde durch die Schiedsrichter nicht gegeben. Auch hier wurde die Aktion vom Zeitnehmer vorher unterbrochen.

Der HSG-Mannschaftsverantwortliche Stefan Plath soll die Grüne Karte zur Beantragung des Teamtimeouts auf den Zeitnehmertisch abgelegt haben, bestritt das aber heftig. „Die Grüne Karte hat meine Hand während der gesamten zweiten Spielhälfte nicht verlassen.“ Davon zeigten sich auch die Schiedsrichter überzeugt, setzten das Spiel fort. Wiederherstellung der Spielsituation schreibt das Regelwerk in diesem Falle vor. Der Unterbrechung der klaren Torgelegenheit musste ein Siebenmeter folgen. Den verwandelte Max Bock mit Kaltschnäuzigkeit zum 31:30 für das überglücklich Bü/Dro-Team.

„Unser wichtigster Sieg,“ befand HSG-Trainer Marcin Waryas. „Wir haben die Distanz zu den Abstiegsplätzen vergrößern können, der Druck wird etwas weniger.“ Am Sonntag, 14 Uhr, spielt Bü/Dro um 17 Uhr in Drochtersen gegen den Tabellenvierten HSG Barnstorf/Diepholz.