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Ausgezeichnete "soziale Ader": Oliver Drewes und sein Vater Peter erhielten gemeinsam das Bundesverdienstkreuz für ihr Engagement in Afrika

Neue Heimat für notleidende Heranwachsene: Oliver Drewes (hi., Mitte) mit Jungen und Mädchen vor dem von seinem Verein gebauten Furaha Phönix Kinderhaus in Mombasa (Foto: Furaha Phönix Kinderhaus)
 
"Ungewöhnliche Auszeichnung": Oliver Drewes und sein Vater Peter mit dem Bundesverdienstkreuz (Foto: Michael Krüger/Rotenburger Kreiszeitung)
ce. Wulfsen. "Die Auszeichnung freut mich sehr. Sie ist ein schönes Zeichen dafür, dass unser Engagement wahrgenommen wird", sagt Oliver Drewes (39) aus Wulfsen. Ihm wurde jetzt eine besondere Ehre zuteil: Zusammen mit seinem im Kreis Rotenburg/Wümme lebenden Vater Peter (60) bekam er dort das Bundesverdienstkreuz verliehen. Gewürdigt wurde damit insbesondere der Einsatz des Duos für Waisenkinder in Afrika.
Hermann Luttmann, Landrat des Kreises Rotenburg, betonte in seiner Laudatio, dass die von ihm überreichte Auszeichnung an "Vater und Sohn gemeinsam" höchst ungewöhnlich sei. Zudem sei Oliver Drewes "der absolut Jüngste, der in der Region je die Auszeichnung erhalten hat".
Die "soziale Ader" von Oliver Drewes war schon in dessen Kindheit und Jugend stark ausgeprägt. Kurz vor der Wiedervereinigung unterstützte er DDR-Flüchtlinge in Verden, für die sein Vater, ein selbständiger Versicherungsmakler, damals eine Stadtvilla zum Wohnheim umgebaut hatte. 1990 starteten Peter und Oliver Drewes mit einem Geländewagen voller Lebensmittel in ein Flüchtlingscamp im afrikanischen Mombasa. "Wir haben Waisenhäuser besucht und sind vielen Straßenkindern begegnet. Als ich die Not der Kinder sah, stand für mich fest, dass ich mich weiterhin um sie kümmern will", blickt Oliver Drewes im Gespräch mit dem WOCHENBLATT zurück.
2005 gründete die Familie den Verein "Furaha Phönix Kinderhaus", um die gleichnamige Einrichtung in Mombasa finanziell zu unterstützen. 2010 baute der Verein nicht weit von dort ein eigenes Waisenhaus für Kinder und in diesem Jahr ein weiteres Domizil für Jugendliche. "Furaha" gab so mehr als 40 Waisen vom Kindesalter bis zur Vollendung der Berufsausbildung eine Heimat. Unterbringung, Ausbildung und Schulbesuch werden durch Spenden für den Verein und Sponsoren finanziert. "In den zehn Jahren seit unserer Gründung haben wir knapp 500.000 Euro an Spenden erhalten", bilanziert Oliver Drewes, der im Vereinsvorstand auch von Ehefrau Christine (34) unterstützt wird. Für sie ist diese ehrenamtliche Tätigkeit ebenfalls eine Herzensangelegenheit, denn sie hat 15 Jahre in Kenia gelebt.
Mit dem Bundesverdienstkreuz werden Oliver und Peter Drewes auch für eine Aktion belohnt, die sie 2012 nach Tansania führte. Sie sammelten 30.000 Euro für Lebensmittel und Medikamente und brachten die Hilfsgüter mit einem Arzt und einer Krankenschwester in das von einer Dürrekatastrophe heimgesuchte Gebiet. "Wir konnten die Menschen ein halbes Jahr bis zum Ende der Dürre versorgen und viele an Malaria erkrankte Kinder heilen", berichtet Oliver Drewes.
"Die alten Hanseaten, die sich immer sehr für das Gemeinwohl engagiert haben, sind mein Vorbild", erklärt der Geschäftsführer eines Hamburger Maklerunternehmens seine Motivation. Ihm, seiner Frau und den Kindern Malia (7) und Henry (4) gehe es wirtschaftlich gut. "Das ist gleichzeitig auch eine Verpflichtung für mich, anderen Menschen zu helfen, die nicht soviel Glück haben."
Abschalten kann Oliver Drewes in seiner knappen Freizeit im heimischen Haus und Garten. "Und zu einem spontanen Kinobesuch bin ich auch immer gerne bereit."