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Hilfe für Schritte in neues Leben: Karsten Schulz baut mit Verein "Pro Uganda" Prothesen für Körperbehinderte in Afrika

Die Gipsabformung für die Prothese wird vorbereitet: die am Bein schwer verletzte Stella mit Karsten Schulz (re.) und Horst Lohrey vom Verein "Pro Uganda" (Foto: Pro Uganda)
ce. Toppenstedt. "Ein neues Leben beginnt mit dem ersten Schritt", sagt Karsten Schulz (51). Der in Toppenstedt (Kreis Harburg) geborene Orthopädie-Mechaniker hat mit Freunden den gemeinnützigen Verein "Pro Uganda" ins Leben gerufen. Gemeinsam bauen sie Prothesen und andere Hilfsmittel für Menschen in Afrika, die beispielsweise als Folge von Bürgerkriegen oder Krankheiten beinamputiert oder anderweitig gehandicapt sind. Nächstes großes Ziel des Vereins: der Bau einer Orthopädiewerkstatt in Uganda, um die zahlreichen Körperbehinderten optimal zu versorgen.
Seit seiner Gründung 2013 hat "Pro Uganda" schon viel erreicht. So sandte der Verein unter anderem Rollstühle und Unterarmgehstützen in das Land und finanzierte mehrere Prothesen für Amputierte.
Ihr bisheriges "Meisterstück" lieferten Karsten Schulz & Co. kürzlich für Stella Chebet (22) ab. Als Kind hatte sie einen Streit zwischen ihren Eltern schlichten wollen und war dabei in ein Lagerfeuer gefallen. Am rechten Fuß erlitt sie schwerste Verbrennungen, die Haut zwischen Ober- und Unterschenkel verschmolz hitzebedingt und klebt seitdem zusammen. Als Karsten Schulz, der vier Patenkinder in Uganda hat, von Stellas Schicksal erfuhr, ließ er einen Gipsabdruck von ihrem Beinstumpf machen und das Modell ins hessische Usingen schicken. Dort an der renommierten Saalburgschule arbeitet Schulz als Lehrer für Orthopädietechnik. Gemeinsam mit seinem Kollegen Horst Lohrey, einem Orthopädie-Mechaniker-Meister, und Schülern bereitete er das Material zum endgültigen Abgipsen und Fertigen einer Prothese vor.
Gestützt von Schulz und Lohrey, ging die vor Freude weinende Stella schließlich in Uganda die ersten Schritte in ihr neues Leben. Die Menschen auf der Straße applaudierten begeistert der jungen Frau und ihren engagierten Helfern. "Das war sehr bewegend", erinnert sich Karsten Schulz. Stella bekam vorerst eine Stehprothese, die ihren Rücken entlastet, wenn sie sich mit Gehhilfen fortgewegt. "Wenn wir hoffentlich bald eine Orthopädie-Werkstatt in Uganda haben, wird Stella nachamputiert und erhält eine Prothese mit Kniegelenk. Die ermöglicht ihr dann das richtige Laufen", so Schulz.
Eine Zusage für das Werkstatt-Grundstück hat "Pro Uganda" von der Hilfsorganisation "Vision for Africa" bekommen. Ein Finanzierungs-Grundstock von rund 10.000 Euro für das etwa 95.000 Euro teure Projekt sowie Großsponsoren für Maschinen sind ebenfalls bereits vorhanden. In der Werkstatt sollen ein halbes Dutzend Arbeitsplätze geschaffen und Afrikaner aus der Region als Orthopädietechniker ausgebildet werden. Karsten Schulz: "Wir möchten den Menschen praktische Hilfe zur Selbsthilfe und für eine gute Zukunft geben, und sind dabei für jede Unterstützung dankbar!"
- Infos unter www.prouganda.de