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"Kritischer Naturliebhaber im Aufwind"

Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH
ce. Salzhausen. "Der kritische Naturliebhaber ist als Wachstums-Zielgruppe im Tourismus in der Heide im Aufwind. Immer häufiger trifft man auch abenteuerhungrige und weltoffene Gäste an." Das sagte Ulrich von dem Bruch (47), Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH, jetzt in Salzhausen. Er referierte dort auf Einladung des Verkehrs- und Kulturvereins Salzhausen über das Thema "Fit für die Zukunft im Tourismusmarkt - Tourismus als Wirtschaftsfaktor."
Die 2008 gegründete Lüneburger Heide GmbH ist Dachverband und Interessenvertretung der touristischen Institutionen in der Region. Gesellschafter sind unter anderem die Landkreise Harburg, Lüneburg, Uelzen, Celle und Heidekreis sowie die Städte Lüneburg, Celle und Bad Bevensen.
In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) haben Ulrich von dem Bruch und seine Mitarbeiter rund 400 Hotels und Restaurants untersucht und dabei die sogenannten Lifestyle-Zielgruppen analysiert. In der Gastronomie sind die weltoffenen Gäste demnach auf dem Vormarsch. Sie sind besonders schlankheitsorientiert, probieren gerne neue Produkte aus, gehen oft Essen und bevorzugen internationale Spezialitäten und hochwertige Delikatessen. Häufig anzutreffen sind auch kritische Gäste, die ihr Geld vornehmlich für natürliche Produkte und Nahrungsmittel auf biologisch-ökologischer Basis ausgeben. Der "bodenständige Konsument" - so Ulrich von dem Bruch - esse hingegen, um satt zu werden. Kulinarische Inszenierungen seien bei ihm verpönt, traditionelle Gerichte hingegen gefragt. "Diese Gruppe wird langfristig aussterben", prognostizierte von dem Bruch.
Den gleichen Trend prophezeite er für die Gäste der 'Ich kann alles'-Hotels, in denen von Wellness über Ferienaktionen bis zum Sport das volle Programm für die ganze Familie unter einem Dach angeboten wird. "Die meisten Urlauber wollen heute keinen Rundum-Service mehr, sondern ein spezielles Angebot genießen", so von dem Bruch. Er berichtete von einem Hotelier im Süden der Heide, der diese Entwicklung teuer zu spüren bekam. Er musste einen zweiten Frühstücksraum einrichten, da sich die Gäste mit Kindern nicht mehr mit denjenigen vertrugen, die keinen Nachwuchs haben und sich erholen wollten.
Als Reaktion auf die Analyse der Lifestyle-Zielgruppen bauen Betriebe derzeit Zimmer und ganze Häuser um für anspruchsvolle Besucher und renovieren Gasträume für kritische Gourmets. "Die Tourismusstrategie der Lüneburger Heide wird in Kooperation mit den Verwaltungsschefs der Kommunen noch stärker auf den Lebensstil-Gruppen aufgebaut", betonte Ulrich von dem Bruch und mahnte doppeldeutig: "Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit."