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Neue Investoren in Sicht? Krankenhaus in Salzhausen soll nach Rückzug der Curagita womöglich als Genossenschaft weiter bestehen

Soll womöglich als Genossenschaft fortbestehen: das Krankenhaus an der Bahnhofstraße in Salzhausen (Foto: archiv)
 
Salzhausens Verwaltungschef Wolfgang Krause (Foto: archiv)
ce. Salzhausen. "An der Fortführung des Krankenhauses Salzhausen ändert der Weggang der Curagita nichts. Wie auch schon vor dem Abschluss des Geschäftsbesorgungsvertrages mit der Curagita werde ich als Insolvenzverwalter das Haus jetzt führen." Das sagte jetzt der Hamburger Rechtsanwalt Jan Ockelmann auf WOCHENBLATT-Anfrage, nachdem der Heidelberger Radiologiedienstleister Curagita sich entschieden hat, die insolvente Salzhäuser Klinik nicht zu übernehmen (das WOCHENBLATT berichtete). Kündigungen würden bei den 125 Mitarbeitern in dem 47-Betten-Haus nicht anstehen. Die Angestellten hätten den Rückzug der Curagita "gefasst aufgenommen" und sich bei deren Vorstand für das Engagement bedankt.
Ockelmann erklärte, dass er mit weiteren Investoren Kontakt aufgenommen habe. Dabei erschwere die Auffassung des Krankenhaus-Planungsausschusses im Niedersächsischen Sozialministerium auch für andere Interessenten eine Klinikübernahme. Der Ausschuss hatte angekündigt, dass das bislang von einem genossenschaftlichen Krankenpflegeverein getragene Haus aus dem Bettenbedarfsplan fliege, sollte es bei einer Übernahme zum Trägerwechsel kommen. "Deshalb favorisiere ich derzeit das Konzept, die Genossenschaft fortzuführen, allerdings unter Beteiligung neuer Genossen", so Jan Ockelmann. Auf der Basis eines wirtschaftlichen Konzeptes, das von der renommierten Wirtschaftsberatungs- und -prüfungsgesellschaft KPMG im Auftrag der Curagita entwickelt worden sei, könne das Haus kostendeckend geführt werden. Erste Gespräche mit potentiellen weiteren Genossen, die die Klinik erhalten und sich finanziell beteiligen wollen, seien geführt worden. Auch einige Ärzte hätten ihre Bereitschaft signalisiert, sich wirtschaftlich am Krankenhaus zu beteiligen.
- "Ich kann nachvollziehen, dass die Curagita das Projekt aufgibt, weil kurzfristig weitere Investitionen anstehen, die aus kaufmännischer Sicht ohne Rechtssicherheit nicht zu leisten sind", sagt Salzhausens Gemeindedirektor und Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause. Planungsausschuss und Sozialministerium hätten sich nicht zu Übernahme- und Fortführungsvorschlägen für die Klinik geäußert und somit keine rechtliche Sicherheit hergestellt. Dies verwundert Krause, da bisher sowohl mit dem Ministerium als auch mit den Kostenträgern der gesetzlichen Krankenversicherung "sehr offene, konstruktive und faire Gespräche" geführt worden seien. Alle geforderten Unterlagen hätten den Beteiligten fristgerecht vorgelegen. Nach Krauses Ansicht ist es gleichwohl "durchaus realistisch", das Krankenhaus im Rahmen seiner Versorgungsmöglichkeiten wirtschaftlich weiter zu betreiben.
- "Das Krankenhaus-Geschäft ist kein freier Markt. Die Krankenkassen wollen kleine Häuser wie das unsrige nicht, und die Politik will immer mehr Betten abbauen. Diese Gemengelange hat die Curagita unterschätzt", gibt Jürgen Meinberg, Vorstand des genossenschaftlichen Krankenpflegevereins in Salzhausen, zu bedenken. "Nach dem Rückzug der Curagita wäre eine Lösung, mit den Kreiskrankenhäusern in Winsen und Buchholz zu kooperieren. Ob der Landkreis dazu bereit ist, bleibt abzuwarten."