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Bastler treffen sich in der Fahrradwerkstatt im Tostedter Jugendzentrum

Hans-Wilhelm Wilkens mit den Fahrradwerkstatt-Besuchern Eric und und Engin (re.)
bim. Tostedt. Die Fahrradwerkstatt im Jugendzentrum Tostedt (JUZ T) und vor allem ihr Leiter Hans-Wilhelm Wilkens sind seit Jahrzehnten eine Institution. Seit über 20 Jahren hilft der Hauptschullehrer, der Technik und Sport unterrichtet, Kindern und Jugendlichen, ihre Fahrräder zu reparieren oder ihre Ideen bei Zwei- und Dreirädern umzusetzen.
"Ich war vom damaligen Jugendzentrumsleiter Jürgen Peterson angesprochen worden, weil er einen Werk- und Techniklehrer für ein neues Angebot suchte. Wir haben mit Holzarbeiten angefangen", erinnert sich Hans-Wilhelm Wilkens. "Dann kamen Jugendliche, denen ich bei Reparaturen und Umbauten an ihren Fahrrädern half", so Wilkens. Seither besuchen wöchentlich fünf bis zwölf junge Besucher die Werkstatt.
Dort können sie kostenlos ihre Räder reparieren. Müssen zum Beispiel Klingel oder Lenkrad ausgetauscht werden, stehen einige alte Fahrräder für Ersatzteile zur Verfügung. Neuanschaffungen müssen die Kinder und Jugendlichen natürlich selbst bezahlen. Beim Anbringen können sie aber auf den fachkundigen Rat von Hans-Wilhelm Wilkens zählen.
JUZ-Leiter Lennard Weiß ist begeistert vom Engagement des Technik-Lehrers: "Er ist mit Herzblut dabei. In der Fahrradwerkstatt lernen die Jugendlichen etwas, das ihnen im Alltag hilft, zum Beispiel selbstständig einen kaputten Reifen zu flicken", lobt Weiß.
Die jungen Bastler kommen aber nicht nur für Reparaturen ihrer Bikes in die Werkstatt, sondern können auch eigene Vorstellungen realisieren. So wie Florian Leschke (13). Er besuchte als Achtjähriger die Hausaufgabenbetreuung und entdeckte dabei das Werkeln in der Fahrradwerkstatt für sich. Derzeit ist der Realschüler dabei, ein Drift-Trike zu bauen - ein Dreirad, mit dem man driften kann. "Ich hatte ein Video gesehen, in dem jemand damit herum fuhr", berichtet er. Seit rund zehn Wochen schraubt, sägt und bohrt er an seinem Drift-Trike, für das er u.a. ein ausgedientes Einrad und ein Laufrad sowie Lenker und Sattel anderer Fahrräder verbaute. Damit das Driften funktioniert, fehlen nur noch ein paar glatte Rohre über den Reifen. "Nutzen darf man das Trike aber nur auf Privatgrundstücken", weiß der Siebtklässler. "Das Zusammenbauen hat viel Spaß gemacht", erklärt Florian, der zu Recht stolz auf seine Konstruktion ist. Zuvor hatte er bereits ein elektrisches Longboard kreiert, für dessen Antrieb der kreative 13-Jährige, der später Architekt werden möchte, den Motor eines Akkuschraubers einsetzte.
• Interessierte Kinder und Jugendliche sind in der Fahrradwerkstatt im JUZ jeweils mittwochs von 14 bis 18 Uhr willkommen.