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Flüchtlinge in Handeloh sind den Ehrenamtlichen sehr dankbar

Packen bei der Renovierung des Lagerschuppens im Bahnhof mit an: Najef (li.) und Kamal
 
Einige der Flüchtlingshelfer vor der Handeloher Unterkunft (v. li.): Claude Varnier, Wolfgang Godglück, Anne Renken, Heimleiter Holger Kuhrt, Dörte Foerster, Juliane Gesche und Karl Foerster
bim. Handeloh. Das Nordheide-Dorf Handeloh hat es auch in Syrien zu Popularität gebracht: Der syrische Journalist Kamal hat einen Artikel über seine Ankunft und die Aufnahme in Handeloh in der „Syrian Alwasat News“ veröffentlicht. Das Internet macht‘s möglich. Ganz angetan von der freundlichen Aufnahme dort ist auch der Syrer Najef Aljaafar: „The people in Handeloh are very nice. We say: Vielen Dank“, sagt er.
Seit Oktober werden in der Containerunterkunft hinter dem Bahnhof Asylsuchende untergebracht. Wie berichtet, waren es zunächst überwiegend junge Männer, die allerdings im November nach Ohlendorf umziehen mussten, weil der Landkreis im Zuge der Amtshilfe in Handeloh Familien einquartiert hat.
Inzwischen leben dort 114 Flüchtlinge im Alter von vier Monaten bis 57 Jahren, überwiegend aus Syrien, die von einem gut organisierten Helfer-Team von ca. 170 Ehrenamtlichen, davon rund 50 Aktiven, unterstützt werden.
In verschiedenen Gruppen bieten sie eine Fahrradwerkstatt, Fahrdienste zu Ärzten und Behörden, sportliche Aktivitäten und Deutsch-Unterricht sowie seit Neuestem auch Physik- und Matheunterricht an. Mit der Belegung der Jugendherberge mit Flüchtlingen werden weitere Unterrichtende benötigt. Wer mithelfen will, meldet sich unter fhh.unterricht@gmail.com. Jeweils sonntags wird ins Café der Begegnung in den Kirchen-Gemeindesaal eingeladen. Die Gruppe Internet hat an drei Orten im Dorf freies W-Lan installiert. Das Org-Team koordiniert und unterstützt alle Aktivitäten. Fast wöchentlich informiert ein Newsletter über Neuigkeiten.
Erzieherin Juliane Gesche nutzt ihre Elternzeit ebenfalls für ehrenamtliches Engagement und hat die Kinderbetreuung in der Unterkunft initiiert. Einmal am Tag werden dort Kinder und Jugendliche jeweils eine Stunde am Nachmittag von zwei Unterstützern betreut und beschäftigt. Und die 36 jungen Teilnehmer kommen gerne, meist schon eine Viertelstunde früher. Demnächst wird Polizeikommissar Dirk Poppinga Verkehrserziehung für die jungen Flüchtlinge durchführen. Auch in dieser Gruppe sind weitere Engagierte willkommen, Kontakt unter j.durben@gmx.net.
Viele Bürger haben zudem mit ihren Spenden geholfen, die Unterkunft adäquat auszustatten, z.B. mit Mobiliar für die Kinderbetreuung. Ein Flüchtling mit Gehbehinderung erhielt neue Gehhilfen. Auch stiftete ein Nachbar zwei Gittertürchen, damit die jüngsten Flüchtlinge nicht versehentlich nach draußen krabbeln.
„Dank der vielen Helfer ist die Atmosphäre im Ort so positiv und man engagiert sich gerne“, so Karl Foerster, Sprecher der Flüchtlingshilfe Handeloh. Derzeit wird der frühere Kohlenschuppen im Bahnhof mit Unterstützung der Flüchtlinge renoviert und umgebaut. Dort soll ein Aufenthaltsraum entstehen. Außerdem bereiten sich die Ehrenamtlichen auf die Ankunft der Flüchtlinge vor, die demnächst in die Jugendherberge in Inzmühlen einziehen werden. Dorthin ist auch bereits die zuvor im Kirchengemeindehaus organisierte Kleiderkammer umgezogen.
Aber zunächst freuen sich die Flüchtlinge und ihre Helfer auf den Neujahrsempfang am 3. Januar. Um 15 Uhr beginnt ein Konzert in der Kirche, in der jeder mitmachen kann. Beiträge können bei Pastorin Jennifer Gillner unter Tel. 04188-304 angemeldet werden. Ab 16 Uhr gibt es im Gemeindehaus ein internationales Mitbring-Bufett, bei dem Speisen ohne Fleisch und Alkohol willkommen sind.