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Wenn andere feiern, sind sie im Einsatz - Feuerwehr, Polizei sowie Schwestern und Ärzte im Krankenhaus

Mit einem nachgestellten „Notfall“ in der internistisch-neurologischen Aufnahmestation: der leitende Arzt Dr. Marco Dominick und Stationsleitung Anja Dünwald
 
Anna Kessler (li.) legt Kollegin Astrid Oehlert einen Verband an, wie es an Silvester häufig fällig ist. Im Hintergrund: Oberarzt Ferdinand Fortuin
(bim). Während überall die Sektkorken knallen, die Menschen mit Böllern und Raketen die bösen Geister vertreiben und das neue Jahr begrüßen, halten die Retter in ihren Zentralen oder daheim die Stellung. Stellvertretend für die vielen „guten Geister“ besuchte das WOCHENBLATT Polizei, Feuerwehr und das Krankenhaus in Buchholz.
Mehr Arbeit kommt in der Regel auf die Polizei in der Neujahrsnacht zu. Daher sind die Wachen im Landkreis stärker besetzt. „Wir haben dann viele Ruhestörungen, missbräuchliche Nutzung von Silvesterböllern und -knallern sowie alkoholbedingte Ausfallerscheinungen in allen Varianten zu bearbeiten“, sagt Hans-Jürgen Scholz, Leiter der Polizeistation Tostedt.
Darauf stellt man sich auch in der Polizeiinspektion in Buchholz ein. „Es gibt viele Sachbeschädigungen durch Böller, meist schon vor 0 Uhr oder am Neujahrstag. Nachts kommt es häufiger zu Körperverletzungen. Es gibt viele Partys mit vielen Leuten. Da kommt es auch mal zum Streit, der durchaus handfest werden kann. Wenn die Leute akoholisiert sind, sinkt die Hemmschwelle“, berichtet Polizeihauptkommissar Frank Ragge, der an Silvester die von Lüneburg aus koordinierten Einsätze personell mit steuern kann.
Wie heiß es Silvester zugeht, lässt sich nie vorher bestimmen. „Wir hatten schon Silvester, wo wir mit den Einsatzfahrten fast nicht hinterher gekommen sind, aber auch mal ganz friedliche Silvester. Personell sind wir für alle Fälle gut gewappnet“, so Ragge.
Mehr Personal ist auch über Silvester am Krankenhaus Buchholz im Dienst. „Über Weihnachten oder Neujahr möchte niemand im Krankenhaus sein, sodass wir dann weniger aber tendenziell krankere Patienten haben“, berichtet der ärztliche Direktor Dr. Christian Pott.
Silvester sei tagsüber weniger los, so die Erfahrungen der Schwestern in der Chirurgie. Nach 0 Uhr und vor allem ab dem folgenden Mittag kämen dann vermehrt Patienten, die im betrunkenen Zustand gestürzt oder umgeknickt sind oder sich geprügelt haben sowie Menschen mit Schnittwunden, Prellungen, Böllerunfällen, Mittelhandfrakturen. „Es ist eben der ganz normale Wahnsinn“, sagt eine Schwester.
Menschen mit Erkrankungen, die nicht Zuhause behandelt werden können wie z.B. Lungenentzündung oder Herzinfarkt sowie Betrunkene mit Bewusstseinsstörungen kommen in die internistisch-neurologische Aufnahmestation. „Die Notaufnahme wird dann auch von weniger schwer Erkrankten aufgesucht, wenn die Hausärzte nicht erreichbar sind“, so Oberarzt Dr. Marco Dominick. In diesen Fällen könne aber auch vielfach der kassenärztliche Notdienst (s. Kasten) weiterhelfen.
Bei der Freiwilligen Feuerwehr Buchholz gibt es ohnehin das ganze Jahr über fünf Bereitschaftsgruppen mit je 15 Einsatzkräften. Sie stehen zwischen 20 Uhr abends und 5 Uhr morgens für kleinere Einsätze wie Notfall-Türöffnungen für den Rettungsdienst, brennende Mülltonnen bis hin zum brennenden Pkw bereit. Und sind zur Stelle, wenn in umliegenden Gemeinden ein spezielles Fahrzeug wie die Drehleiter oder ein Rüstwagen benötigt wird. Unterstützung bekommen die Gruppen im Einsatzfall vom sogenannten BvD (Brandmeister vom Dienst) - Führungskräfte der Feuerwehr Buchholz, die im selben Rhytmus wechseln wie die Bereitschaftsgruppen.
„Die Mitglieder der Gruppen feiern in der Regel gemeinsam mit Familie oder Freunden Silvester und fahren im Einsatzfall die Feuerwache Buchholz an“, so Feuerwehrmann Guido Ehlers.
Die Zahl der Einsätze zum Jahreswechsel sei unterschiedlich. 2014/2015 wurde die Feuerwehr Buchholz zu drei Brandeinsätzen gerufen: zu einem brennenden Altkleidercontainer und einem brennenden Abfallbehälter sowie zu einem brennenden Pkw in einem Carport, wobei das Feuer bereits auf das Carport übergegriffen hatte. Dazu wurden alle 85 Einsatzkräfte der Feuerwehr Buchholz alarmiert.
„Sollten größere Einsätze anfallen, so wird entsprechend des Einsatzortes die nächst gelegene Ortsfeuerwehr der Stadt Buchholz hinzu gezogen oder Wehren aus angrenzenden Gemeinden.“

Erreichbarkeit

So erreichen Sie
die Retter:
die Freiwillige Feuerwehr unter Tel. 112,
die Polizei unter Tel. 110,
den kassenärztlichen
Notdienst unter
Tel. 116117.
Die Notfallaufnahme am Krankenhaus Buchholz ist Silvester, 31. Dezember, von 9 bis 13 Uhr und von 17 bis 20 Uhr geöffnet.