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20 Jahre Deutsch-Polnische Gesellschaft: Ruth Zuther kündigt ihren Rückzug an

"Sie haben die Herzen der Mitmenschen gewonnen:" Tostedts Bürgermeister Gerhard Netzel übergab einen Blumenstrauß an Ruth Zuther
os. Tostedt. "Sie sind die Initiatorin und Motor der Deutsch-Polnischen Gesellschaft. Sie haben eine wesentliche Rolle bei der Überwindung von Vorurteilen bei beiden Völkern gespielt." Mit diesen Worten lobte der Konsol der Republik Polen, Andrzej Kuzma, die Verdienste von Ruth Zuther (87). Die "Grande Dame" der Deutsch-Polnischen Gesellschaft (DPG) Tostedt stand im Mittelpunkt der Feierstunde zum 20-jährigen Bestehen des Vereins. Über 100 Gäste aus Politik und Gesellschaft kamen am Samstag in die Aula des Gymnasiums Tostedt.
Ruth Zuther blieb in ihrer gewohnten Art bescheiden. "Ich bekomme hier den ganzen Dank. Das ist mir peinlich! Ohne die tolle Hilfe der vielen Mitstreiter wären wir nie so erfolgreich gewesen." Die Vorsitzende erinnerte an die Anfänge der DPG: Sie wurde von 17 engagierten Bürgern gegründet, kurz nachdem der Gemeinderat für eine Partnerschaft mit der polnischen Gemeinde Lubaczow gestimmt hatte. Ruth Zuther lobte vor allem die polnischen Freunde, dass sich in den Folgejahren ein so inniges Verhältnis bildete: "Sie hatten allen Grund, uns zu misstrauen, nachdem die Deutschen ihnen im Zweiten Weltkrieg so viel Leid zugefügt hatten." Zum Glück gebe es keinen Hass mehr, sondern nur noch Freundschaft. Diese Freundschaft weiterzuentwickeln sei die Aufgabe der kommenden Generationen, mahnte Ruth Zuther.
Für sie war die Feierstunde der letzte große Auftritt für die DPG: Zuther kündigte an, bei den Wahlen im kommenden Jahr nicht mehr für den Vorsitz zu kandidieren: "Als ich Vorsitzende wurde, war ich 67 Jahre alt. Ich wollte das eigentlich nur drei bis fünf Jahre machen, daraus sind 20 geworden."
Tostedts Bürgermeister Gerhard Netzel bedankte sich bei der DPG und Zuther für die geleistete Arbeit. Einen Orden könne er leider nicht verleihen. Die höchste Auszeichnung habe Zuther sowieso schon: "Die höchste Auszeichnung ist es, wenn man die Herzen seiner Mitmenschen gewonnen hat", sagte Netzel unter Tränen.
Adam Margraf, stellvertretender Bürgermeister von Lubaczow, dankte der DPG und vor allem Zuther für die "lange, dynamische Partnerschaft." Diese lokalen Partnerschaften beeinflussten auch die internationale Politik, betonte er.