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Öffnungszeiten im Landkreis Buxtehude - Pro und Contra

Um nicht vor verschlossenen Türen zu stehen, lohnt sich oft ein Blick ins Internet. (Foto: unsplash.com/mike-wilson-223616)
Schon seit Jahren beschweren sich viele Bürger über die wenig transparenten Öffnungszeiten im Landkreis Buxtehude. Verantwortlich sind dafür in erster Linie bundesweite Gesetze, welche den Ladenbesitzern genau vorschreiben, wann die Geschäfte geschlossen bleiben müssen. Doch welche Kernpunkte beinhaltet diese Regelung und ist sie auch in Zeiten des starken Online Handels noch zeitgemäß?

Die aktuellen Gesetze
Natürlich gibt es eine klar gesicherte Grundlage, auf der alle Regelungen der Öffnungszeiten in Deutschland beruhen. Dabei sollen vor allem die Angestellten in den Geschäften davor bewahrt werden, zu viele unpassende Arbeitszeiten zu haben und dadurch das eigene Leben zu belasten. Aus diesem Grund müssen alle Geschäfte in Deutschland grundsätzlich an Sonn- und Feiertagen geschlossen sein. Weiterhin dürfen die Läden am Abend maximal bis 20 Uhr geöffnet haben und dürfen ihre Pforten am nächsten Morgen nicht vor sechs Uhr wieder für die Kunden öffnen. Diese klar festgelegten Fristen wären nun für die Bürger aus dem Landkreis kein Problem. Nur eine kleine Minderheit möchte noch längere Öffnungszeiten vorfinden, um rund um die Uhr spontan einkaufen zu können. Es stört stattdessen vor allem die mangelnde Transparenz, mit der Ausnahmen von dieser Regel zugelassen werden.

Der Einzelhandel unter Druck
Tatsächlich sind wir auch im Landkreis Buxtehude in einer Zeit angekommen, wo verkaufsoffene Sonntage nicht ungewöhnlich sind. So versuchen die Ladenbesitzer selbst, die Attraktivität ihres Angebots hochzuhalten. Allerdings sind noch immer besondere Genehmigungen notwendig, um die Geschäfte an den Sonntagen öffnen zu dürfen. In der Praxis gelingt es zudem immer mehr Supermärkten, sich über die Gesetze zur Ladenöffnung zeitweise hinwegzusetzen. Dies geschieht speziell in den Abendstunden, wo häufig noch bis 22.00 Uhr Lebensmittel eingekauft werden können. Die genauen Öffnungszeiten der Läden unterscheiden sich dabei allerdings deutlich. Um nicht selbst plötzlich vor geschlossenen Pforten stehen zu müssen, werfen immer mehr Bürger im Vorfeld einen Blick ins Internet. Auf Seiten wie www.oeffnungszeiten.com/ informieren sie sich dann darüber, ob überhaupt der Zugang zum Geschäft möglich ist.

Die Konkurrenz aus dem Web
Doch der Einzelhandel selbst befindet sich hier in einer klaren Zwickmühle. Auf der einen Seite werden die vorgeschriebenen Öffnungszeiten akzeptiert, da diese zum Wohle der Mitarbeiter beitragen. Doch speziell kleine Läden geraten durch den seit Jahren starken Online Handel immer mehr unter Druck. In der Folge versuchen die Geschäfte, ihre Nachteile im Vergleich zu den Online Händlern langsam abzubauen. Während es im World Wide Web rund um die Uhr möglich ist, Produkte mit wenigen Klicks komfortabel zu bestellen, nimmt der Gang ins Geschäft stets mehr Zeit in Anspruch. Zudem ist es eben nur während des Tages möglich, die Einkäufe zu erledigen, was eine zusätzliche Organisation voraussetzt. Dementsprechend erhoffen sich die Händler durch liberale Öffnungszeiten, in Zukunft noch mehr Kunden von sich und den eigenen Angeboten überzeugen zu können. Vielleicht könnte dies auch dem aktuellen Ladensterben entgegenwirken, das aktuell kein Ende mehr zu nehmen scheint.

Ausnahmen von der Regel
Neben den klassischen Geschäften gibt es auch in Buxtehude einige Branchen, die von den allgemeinen Regelungen befreit sind. So dürfen Geschäfte in Bahnhofshallen und an Flughäfen ihre Tore deutlich länger geöffnet halten, um auch die Reisenden aus aller Welt bedienen zu können. Auch Tankstellen sind bislang nicht an die allgemeine Regelung angeschlossen und bleiben daher weiterhin eine beliebte Anlaufstelle, um nächtliche Besorgungen abzuwickeln. Solche Vorteile im aktuellen Wettbewerb würden sich entsprechend verkleinern, wenn eine Liberalisierung der allgemeinen Öffnungszeiten ansteht. Folglich stellen sich die Betreiber gegen ein neues Gesetz, welches für sie womöglich Umsatzeinbußen zur Folge haben könnte. Die Vorwürfe der Wettbewerbsverzerrung lähmen die Verhandlungen noch mehr, weshalb zumindest in diesem Jahr noch nicht mit einer neuen gesetzlichen Grundlage zu rechnen ist.

Transparenz und Arbeitsschutz
Schon lange wird über eine neue zeitgemäße Regelung diskutiert, was die Öffnungszeiten im Landkreis Buxtehude angeht. Bislang stecken die Diskussionen allerdings zwischen den verhärteten Fronten fest, die nicht von ihrem Standpunkt weichen möchten. Dabei müsste die Politik nun eine neue einheitliche Regelung schaffen, die vor allem den Bürger von seiner Verwirrung befreit. Die aktuell so strikt scheinende Regelung, die dann von kaum zu überblickenden Ausnahmen durchsetzt ist, kann zumindest nicht als dauerhafte Regelung gelten. Mehr Transparenz für den Verbraucher wäre nur dann möglich, wenn wieder allgemein gültige Grundsätze aufgestellt werden, die am Ende in vielen Branchen und Sektoren eingehalten werden können.

Einer der wichtigsten Punkte für eine neue gesetzliche Regelung bleibt der Schutz der Mitarbeiter. Ab einem gewissen Grad ließen sich die eigenen Arbeitszeiten kaum mehr mit anderen Lebensbereichen vereinbaren, was wohl das endgültige Aus der aktuellen Vorhaben bedeuten würde. Sollten die Ladenöffnungszeiten ganz abgeschafft werden, müssten also andere Regelungen an ihre Stelle treten. Diese müssten von Anfang an sicherstellen, dass die Arbeitszeiten aller Angestellten gesichert sind und es zu keinen verlängerten Schichten kommt. Sollten sich Spät- und Nachtschichten im Einzelhandel tatsächlich nicht mehr vermeiden lassen, so wäre die entsprechende Aufstockung der Bezahlung der einzige Weg, um diesen historischen Schritt zu legitimieren und für alle Seiten annehmbar zu gestalten. Da bislang aber keinerlei wegweisende Fortschritte in diese Richtung zu erkennen sind, wird es wohl noch eine ganze Zeit dauern, bis wir diese neuen Möglichkeiten begrüßen können.

Fazit
Am Ende des Tages bleiben die Öffnungszeiten auch in Buxtehude ein strittiges und viel diskutiertes Thema. Es wird für die Politik schwer werden, eine Lösung zu erarbeiten, mit der sich alle Seiten arrangieren können. Bis zu diesem Tag wird es beim aktuellen Wirrwarr bleiben, bei dem kaum ein Verbraucher noch den Überblick über geöffnete Läden hat. Die vielen Ausnahmen tragen jedoch auch nicht zum Wohle und Schutz der Arbeitnehmer bei, weshalb es längst Zeit für eine Neuregelung wäre.