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"Märchen öffnen die Menschen"

Märchenerzählerin aus Leidenschaft: Martha Vogelsang

Martha Vogelsang freut sich über Aufnahme des Märchenerzählens in Immaterielles Kulturerbe

os. Buchholz. "Märchen sind die einzige schichtunabhängige Kulturtechnik", sagt Martha Vogelsang (72). Die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Buchholz hat sich nach ihrem Renteneintritt ganz dem Märchenerzählen verschrieben. Dass das Märchenerzählen jetzt in das "Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes" aufgenommen wurde, freut die Buchholzerin sehr. "Märchen öffnen Menschen, egal welchen Alters. Zudem lernen wir über sie viel von anderen Kulturen", sagt Martha Vogelsang.
Märchen begleiten Vogelsang bereits ihr ganzes Leben. "Früher hat mir meine Großmutter vorgelesen", erinnert sie sich. Und zwar nicht nur Grimms Märchen. "Es gibt so viele tolle Märchen, die vom Leben in der Natur erzählen, aber den meisten Menschen unbekannt sind", erklärt die leidenschaftliche Märchenerzählerin. Vor allem Indianermärchen haben es ihr angetan: "Diese zeigen die Achtung der Menschen vor der Natur. Viele leben in der heutigen Gesellschaft eher fern der Natur."
Als sie 2009 in Rente ging, entschloss sich Martha Vogelsang, das Märchenerzählen noch einmal von der Pike auf zu lernen. Sie absolvierte ein zweijähriges Seminar in Cloppenburg und lernte, wie man Märchen für das Publikum spannend macht. "Der Erzähler gibt der Geschichte seine eigene Farbe", sagt Martha Vogelsang.
"Lebendiges Erzählen lässt Menschen im Prozess des Hörens auf besondere Weise Gemeinschaft erleben", freut sich Dr. Angelika B. Hirsch, Vizepräsidentin der Europäischen Märchengesellschaft, über die Aufnahme des Märchenerzählens als immaterielles Kulturerbe. Märchen erzählten von den Grundthemen jedes Menschen, z.B. dem Erwachsenwerden. Weil sich Kulturen unterscheiden, sei das Gewand jedoch immer ein anderes, in dem von elementaren Themen erzählt werde, so Hirsch.
Martha Vogelsang hat derweil einen Buchtipp für alle, die tiefer in die Welt der Märchen einsteigen möchten: "Die schönsten Märchen der Welt für 365 und einen Tag" von Lisa Tetzner trage seinen Namen zurecht.

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