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Neues Feuerwehrfahrzeug in Buxtehude ist kaputt: "So etwas habe ich noch nicht erlebt

Hier ist die Welt noch in Ordnung: Kreisbrandmeister Peter Winter, Ralf Dessel (Stadtverwaltung), Meent Wendland (Ortsbrandmeister Ottensen) und Hans-Jürgen Neumannn (stellvertr. Stadtbrandmeister) bei der Fahrzeugübergabe im Sommer 2016 (Foto: Stefan Braun / Feuerwehr)

Neues Feuerwehrfahrzeug ist ein "Montagsauto" / Sogar der Motor war kaputt

tk. Ottensen. Wenn eine Ortsfeuerwehr ein neues Fahrzeug bekommt, ist das normalerweise ein Grund zur Freude. In Ottensen ist aus Freude aber Frust geworden. Das neue Mannschaftslöschfahrzeug (MLF), seit Mitte 2016 in Dienst, hat dermaßen viele Fehler und Mängel, dass in Teilen der Politik schon von Rückgabe die Rede ist.



Die Serie von Pleiten, Pech und Pannen begann schon auf der Überführungsfahrt mit einem Paukenschlag: Der Motor des Neu-Fahrzeugs für 220.000 Euro ging kaputt. Er musste ausgetauscht werden.

Nach WOCHENBLATT-Informationen umfasst die Liste der Mängel eine Vielzahl von Dingen, die größtenteils schon amtlich festgestellt wurden. Das reicht von fehlender Beschriftung auf dem Dach über nicht funktionierende Kontrollanzeigen im Armaturenbrett bis hin zu einer deutlich geringeren Achslast als in der Ausschreibung gefordert. Außerdem war eine Pumpe defekt, die zwischenzeitlich repariert wurde, inzwischen aber wieder nicht funktionieren soll.

Der Buxtehuder Stadtverwaltung liegt seit Ende Dezember das offizielle Abnahmeprotokoll der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) vor. Dort muss jedes neue Feuerwehrfahrzeug abgenommen werden. Ein Teil der Mängel wurde beseitigt, manche - wie etwa die zu geringe Achslast - bestehen noch immer.

Im Inneren Ausschuss war das MLF jüngst Thema. "Ein Montagsauto" schimpfte Bodo Klages (BBG/FWG). "Umtauschen", war die Forderung von Astrid Bade (SPD). Fachbereichsleiter Ralf Dessel kündigte an, dass die Stadt jetzt einen Fachgutachter beauftragen werde, der alle Mängel analysiert. Sollte es keine Einigung mit dem Hersteller geben, seien juristische Konsequenzen nicht ausgeschlossen "Das ist jetzt nicht mehr Sache der Feuerwehr, sondern eine Angelegenheit der Stadt", so Dessel.

Das WOCHENBLATT hat bei Stadtbrandmeister Horst Meyer nachgefragt: "So einen Fall habe ich noch nie erlebt", sagt er. 15 Feuerwehrfahrzeuge habe er schon abgeholt. Eine solche Reihe von Pannen habe es dabei nie gegeben. Meyer weist auf ein sehr spezielles Problem hin: Der Rohbau eines Feuerwehrfahrzeugs wird vom Hersteller geliefert und von einer anderen Firma anschließend ausgerüstet. Würde der Ausrüster seine Teile zurücknehmen, bliebe das nackte Fahrzeug übrig. Damit kann keine Feuerwehr etwas anfangen.