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Probeweise die Buxtehuder Bahnhofstraße vom Verkehr befreien

Sie wollen Denkanstöße für die Bahnhofstraße liefern und fordern zum Mitdenken auf (v.li): André Grote (FDP), Michael Lemke und Ulrich Felgentreu (beide Grünen) Foto: tk
FDP und Grünen liefern Denkanstoß und wollen Beteiligungsprozess in Gang bringen

tk. Buxtehude. "Wir müssen jetzt anfangen und Ideen entwickeln, Bürgerinnen und Bürger beteiligen und einbinden und versuchsweise Neues ausprobieren", sagt Ulrich Felgentreu (Grüne). Eine überparteiliche Gruppe von FDP und Grünen will mit Denkanstößen die Entwicklung der Bahnhofstraße voranbringen. Die steht zwar nicht auf der Prioritätenliste der wichtigsten Buxtehuder Projekte, sollte aber jetzt in den Blickpunkt rücken. Der Grund: Eines der größten Probleme auf der Bahnhofstraße ist der massive Verkehr. Er verhindere die Entwicklung hin zu einer Bummelmeile mit hoher Aufenthaltsqualität. Weil der Verkehrsentwicklungsplan jetzt aufgestellt wird, muss auch die Bahnhofstraße jetzt neu gedacht werden. "Denkverbote darf es dabei nicht geben", sagt André Grote (FDP). Es gehe nicht darum, einige Millionen Euro bereitzustellen", betont Felgentreu. Aber im Rahmen der Verkehrsentwicklungsplanung könne überlegt werden, wie die Autos aus der Bahnhofstraße herausgehalten werden. Idee von FDP und Grünen: Probeweise für einige Wochen bis hin zu mehreren Monaten wird die Straße für den Autoverkehr gesperrt. Busse und Taxen dürften weiter passieren.
Um den Verkehr nicht zum Erliegen zu bringen, müssten parallel  die Brüningstraße sowie die Carl-Hermann-Richter-Straße in Einbahnstraßen umgewandelt. Damit ein solcher Probelauf nicht zu einem Sturm der Entrüstung führt, müsste vorher ein moderierter Beteiligungsprozess mit Anliegern, Geschäftsleuten und allen anderen Interessierten stattfinden. "Am Ende sollte es nur Gewinner geben", meint Michael Lemke (Grüne). Die Anwohner hätten weniger Verkehrslärm, die Gastronomie könnte sich vor allem draußen besser entwickeln und eine attraktive Bahnhofstraße würde auch neue Geschäfte anziehen.
André Grote räumt ein, dass eine autofreie Bahnhofstraße für manche Menschen vielleicht "gewöhnungsbedürftig ist". Er ist aber überzeugt, dass nach einer kurzen Eingewöhnungsphase die Zustimmung groß sein wird. "Die Menschen werden bereit sein, kurze Wege zu laufen."
Was gleichzeitig in die Gedankenspiele einfließen muss: Wo kann ein neues Parkhaus stehen? Wer in Buxtehude mit dem Auto ankommt, muss den fahrbaren Untersatz irgendwo stehen lassen. Sollte das im Bahnhofsumfeld nicht möglich sein, bringt Ulrich Felgentreu ein städtisches Grundstück im Gewerbegebiet ins Gespräch. Ein großes Parkhaus dort könnte mit einem Shuttleservice an die Innenstadt angebunden werden.
"Unser erklärtes Ziel sollt es sein, dass es spätestens 2025 eine neue Bahnhofstraße gibt", sagt Michael Lemke. Autofrei ließe sich aber schon früher erproben.