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Der Fall bleibt ein Rätsel

Bleiben verschwunden: Miriam (li.) und Sylvia Schulze (Foto: Polizei)
thl. Drage. Am 24. Dezember ist es auf den Tag genau fünf Monate her, dass die Polizei den Vermisstenfall Schulze bekannt machte. Ein Fall, der wie kaum einer zuvor die Ermittler und die Bevölkerung beschäftigt, und der bis heute jede Menge Stoff für Spekulationen liefert. Denn: Sylvia Schulze (43) und ihre Tochter Miriam (12) aus Drage sind bis heute spurlos verschwunden.
Kurzer Rückblick: Am Mittwoch, 22. Juli, dem letzten Schultag vor den Sommerferien in Niedersachsen, werden Marco (†41), Sylvia und Miriam Schulze zum letzten Mal zusammen gesehen. Am nächsten Morgen beobachten Zeugen noch einmal den Familienvater, wie dieser gegen 7.30 Uhr mit dem grauen Dacia Sandero seiner Frau in Richtung des Wohnhauses in der Hein-Block-Straße fährt. Danach verliert sich auch seine Spur. Einen Tag später beginnt die Suchaktion nach der Familie. Vater Marco wird eine Woche später tot bei Lauenburg aus der Elbe gezogen. An seinem Körper baumelt ein 25 Kilo schwerer Betonklotz. Obwohl es viele Ungereimtheiten gibt, meldet die Polizei einen Suizid des Familienvaters und spekuliert fortan, dass er, bevor sich selbst in die Elbe stürzte, Frau und Tochter umgebracht hat.
Es bleibt allerdings bei Spekulationen. Denn die vermeintlichen Leichen von Sylvia und Miriam sind bis heute nicht gefunden. Trotz zahlreicher mutmaßlicher "heißer" Spuren. Die ehemalige 25-köpfige Sonderkommission "Soko Schulze" besteht heute nur noch aus einem Beamten, der neuen Hinweisen nachgeht - wenn dann überhaupt welche eingehen. Trotzdem will die Polizei nicht aufgeben. Die Akte werde erst geschlossen, wenn die Leichen von Sylvia und Miriam Schulze gefunden seien, heißt es. Die Möglichkeit, dass Mutter und Tochter noch leben, ziehen die Beamten - zumindest offiziell - nicht in Betracht. Auch wenn es die Möglichkeit durchaus geben könnte. Denn: Der Fall ist und bleibt ein Rätsel.
Wer denkt, dass nach so vielen Monaten langsam der Alltag in Drage wieder eingekehrt ist, liegt falsch. Die Familie der Vermissten will sich bis heute nicht öffentlich zu dem Fall äußern - verständlicherweise. Und auch die Nachbarn hüllen sich weiter in Schweigen. Zu sehr hat sie der Fall der nach außen hin intakten Familie getroffen. Allerdings wird die Wahrscheinlichkeit, dass Mutter und Tochter noch an Leben sind, mit jedem Tag geringer. Nur rund drei Prozent der Vermisstenfälle werden über Jahre hinweg nicht aufgeklärt. Ist der Fall Sylvia und Miriam Schulze solch ein Fall?