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Entspannung an der Drehbank: Andreas Tudsen aus Horneburg ist begeisterter Hobby-Drechsler

jd. Horneburg. Für die meisten ist es nur ein abgesägtes Stück von einem etwas dickeren Ast - für Andreas Tudsen ist es das ideale Werkstück: Unter seinen geschickten Händen entsteht in Windeseile ein kleiner Tannenbaum. Tudsen hat einen alten Beruf zu seinem Hobby gemacht: Er drechselt mit Begeisterung alle Arten von Holz, zaubert aus kantigen Klötzen und noch mit Rinde versehenen Rohlingen kleine Meisterwerke. Wenn die Drehbank summt und die Holzspäne umherfliegen, bedeutet das für Tudsen Entspannung pur: „Das Drechseln ist für mich der ideale Ausgleich zu meinem oft nervenaufreibenden Job als Zollbeamter.“

Sein „Handwerk“ hat der Horneburger quasi von der Pike auf gelernt. Zunächst werkelte er mit der Laubsäge. Auf einem Hobbykünstlermarkt lernte er dann einen ausgebildeten Drechsler kennen: „Ich war völlig begeistert von dewn Stücken, die der alte Herr angefertigt hatte.“ Tudsen ging bei ihm in die „Lehre“: Zwei Jahre lang, vorwiegend abends und an den Wochenenden, schaute er dem Könner über die Schulter, bekam Handgriffe und zahlreiche Kniffe gezeigt.

Das war vor etwa zehn Jahren. Mittlerweile ist Tudsen selbst ein Meister seines Fachs, hat unzählige Schalen, Lampenfüße, Kerzenhalter sowie etliche Deko-Objekte gefertigt. Manchmal ist er mit seinen Stücken auf einem Kunsthandwerkermarkt vertreten oder präsentiert den staunenden Besuchern an der mobilen Drehbank eine Kostprobe seines Könnens. Was an Einnahmen unterm Strich übrig blieb, investierte er in die Anschaffung von Profi - Werkzeugen.

In seine Drehmaschine spannt Tudsen am liebsten erlesene Hölzer ein. Die exotischen Holzarten bezieht er von Fachhändlern. Kürzlich ergatterte ein paar Stücke Eibe aus Irland: „Das Holz stammt aus einem Sturmschaden.“ Aus einem Scheit, das eigentlich ins Feuerholz wandern sollte, schuf Tudsen einen Hingucker: Die Skulptur, in die er noch eine Kugel eingepasst hat, ziert nun sein Wohnzimmer-Regal. Solche Stücke sind zwar wunderschön, finden aber nur begrenzt Abnehmer. „Am besten verkaufe ich kleinere Dinge“, berichtet Tudsen.
Auf den Weihnachtsmärkten in diesem Jahr seien seine Engelsfiguren der Renner gewesen. Die Idee habe seine Partnerin gehabt: „Die zeigte mir einen Porzellan-Engel und meinte, den könne ich doch aus Holz machen.“ Während der Feiertage werde seine Drehmaschine stillstehen, so Tudsen: „Dann gönne ich mir eine schöpferische Pause.“


• Der Hobby-Drechsler fertigt gern Arbeiten auf Wunsch an. E-Mail: andreas.tudsen@ freenet.de