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Manga-Mädel malt Kakao-Karten: Oberschülerin aus Horneburg ist von fernöstlichen Comicfiguren fasziniert

Johanna präsentiert einige der Kakao-Bilder, die sie gezeichnet hat. Anschließend werden die Zeichnungen auf Kärtchen geklebt (Foto: jd)
jd. Horneburg. Das klingt nicht nur nach einem ungewöhnlichen Hobby - das ist es auch: "Ich sammele Kakao-Karten", erzählt Johanna Meyer. Mit Trinkschokolade haben die kleinen bunten Bilder, die die 14-jährige Oberschülerin aus Horneburg akkurat in einem Album verwahrt, allerdings nichts zu tun. Das Kürzel Kakao steht für KartenKunst, Auflagen und Originale. Das Prinzip dahinter: Johanna versieht die Kärtchen mit eigenen Zeichnungen und tauscht sie dann mit Gleichgesinnten auf der ganzen Welt. Das Format sollte dabei den Sammelkarten-Klassikern von Pokemon und Co. entsprechen: So passen die Kakao-Bilder perfekt in die Sammelalben. Was gezeichnet wird, bleibt den meist jungen Künstlern selbst überlassen. Johanna malt am liebsten Manga-Motive.

Von der fernöstlichen Comic-Welt war die angehende Neuntklässlerin schon immer fasziniert: Bereits als kleines Kind habe sie sich Zeichentrick-Serien - sogenannte Animes - wie Pokemon oder Digimon angeschaut. Die Anime-Akteure mit den überdimensionalen Köpfen und den meist großen Kulleraugen faszinierten sie. Mit Hilfe eines Internet-Tutorials entstanden die ersten Zeichnungen. Johannas Talent ist unverkennbar: Manche Bilder sehen so aus, als hätte einer der großen japanischen Manga-Meister selbst Hand angelegt. Häufig gestaltet Johanna sogenannte "Own Characters": Diese OC's sind mit bestimmten Merkmalen ausgestattet und werden durch den Stift der Manga-Zeichnerin quasi zum Leben erweckt.

Johanna kreiert ihre Charaktere stilecht mit speziellen Layout-Markern, die auch professionelle Illustratoren verwenden: "Diese Copic-Stifte funktionieren mit Druckertinte und sind richtig teuer", sagt die Schülerin. Doch das sei ihr die Sache wert. Oft greift sie aber auch zur kostengünstigeren Variante und entwirft ihre Figuren am PC. "Da ist mein Stil allerdings etwas gröber", erklärt die junge Zeichnerin fast entschuldigend: Ihr billiges Zeichen-Tablet tauge nicht viel und mit der Maus seien feine Linien kaum hinzubekommen. Trotz dieser Handicaps können sich die Ergebnisse sehen lassen. Mit dem Berufswunsch liegt sie bei ihrem Können jedenfalls richtig: Johanna will Grafik-Designerin werden.

Die Inspiration für ihre Bilder holt sich Johanna aus den zahlreichen Manga-Heften, die bei ihr in den Regalen stehen. Bei der Lektüre taucht sie in die abenteuerliche Welt dieser japanischen Comic-Helden ein - ebenso wie auf den Treffen, bei denen oft Hunderte von Manga- und Anime-Fans zusammenkommen, um sich über ihr Hobby auszutauschen. Erst kürzlich war die Schülerin, die am liebsten K-Pop - koreanische Popmusik - hört, auf einem besonderen Event, wo sich die Szene tummelt: dem "ChisaiiCon" in Hamburg.

• Wer Johannas Kunstwerke bewundern möchte, kann das auf Facebook tun: Dort präsentiert sie unter dem Account "Deathless-Lamia" einige ihrer Manga-Zeichnungen.