Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

XXL-Frau macht sich dünne

Sommer 2005: Das Foto bei ihrer hölzernen Hochzeit (li.) löst bei Sandra Brehm ein Umdenken aus. Heute wiegt sie 80 Kilogramm weniger (Foto: privat)
bc. Horneburg. Irgendwann hat es „Klick“ gemacht. Irgendwann hat Sandra Brehm gemerkt: So kann es nicht weitergehen. Der Moment, der ihr Leben umkrempelte, war ein Blick auf das Foto ihres zehnjährigen Hochzeitstages. „Da habe ich zum ersten Mal realisiert, wie dick ich wirklich bin“, erinnert sich die 49-Jährige.

Im WOCHENBLATT-Gespräch erzählt sie, wie sie fast 80 Kilogramm abgenommen hat. Von 180 auf gut 100 Kilo: Schritt für Schritt hat die 1,75 Meter große frühere XXL-Frau ihr Gewichtsproblem in den Griff bekommen: „Heute möchte ich anderen dicken Menschen zeigen, dass man nie den Mut verlieren darf, etwas im Leben zu verändern.“

Aber wie kam es überhaupt soweit? „Ich hatte kein Sättigungsgefühl. Drei Teller Nudeln waren gar nichts. Außerdem habe ich viel heimlich genascht“, gibt Sandra Brehm zu. In zehn Jahren Ehe verdoppelt sie quasi ihr Körpergewicht. Klar kamen mal Kommentare aus ihrem Umfeld, aber keine gingen soweit, dass sich die Versicherungsangestellte entschließen konnte abzunehmen: „Man verschließt die Augen. Im Spiegel habe ich meine Körperfülle nicht wahrgenommen.“ Sie bekommt ihre Essstörung nicht in den Griff - obwohl das Treppensteigen immer mehr zur Qual wird und das Restaurant vor dem Besuch „gescannt“ werden muss, ob überhaupt ein robuster Stuhl zur Verfügung steht: „Ich habe mich geschämt.“

Keine Diät schlägt an. Sämtliche Versuche, Sport zu treiben, enden tränenvoll. Erst der Aha-Effekt nach dem Anblick des Hochzeitsfotos öffnet ihr die Augen. Sie unterzieht sich im Sommer 2005 einer Magenbypass-Operation. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten. „Das kann man sich wie eine Magenverkleinerung vorstellen“, erzählt Sandra Brehm.

In eineinhalb Jahren verliert sie 50 Kilogramm, nimmt zwischenzeitlich aber auch wieder fast 20 Kilo zu und pendelt sich für viele Jahre auf 130 Kilo ein. „Es ist nicht so, dass man nach der OP keinen Hunger mehr hat. Naschen geht immer“, sagt Sandra Brehm. Der nächste Einschnitt in ihrem Leben ist die Trennung vom Ehemann 2013. Im Jahr darauf bekommt sie starke Gelenkschmerzen. Kein Arzt findet eine passende Therapie: „Ich wusste, ich muss wieder irgendwas ändern.“

Eine Arbeitskollegin bringt sie auf die Idee, die Ernährung umzustellen. Stoffwechseloptimierung heißt fortan ihr Zauberwort. Kein Zucker, keine Kohlenhydrate, viel Eiweiß. Also: mageres Fleisch und Gemüse. „Es ging mir dabei so gut wie nie beim Abnehmen. Der schnelle Erfolg war einfach motivierend. Und man darf sich satt essen“, erzählt Sandra Brehm.

Die Gefahren des schnellen Gewichtsverlustes sind ihr bekannt. Sie versucht mit Nahrungsergänzungsmitteln gegenzusteuern. Offenbar funktioniert es. In neun Wochen verliert sie 18 Kilo. Ihr Ziel heute: 95 Kilo.

Die Kehrseite der Medaille: der Hautüberschuss: „In Kürze möchte ich meinen Bauch straffen lassen“, sagt Sandra Brehm. Trotzdem bringen ihr Saunabesuche schon wieder richtig Spaß: „Daran war früher nicht zu denken.“

• Wer Kontakt zu Sandra Brehm aufnehmen möchte, kann sich unter 0157-86783563 oder per E-Mail an sandra.brehmxxl@gmx.de melden