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Neue Hoffnung für insolventes Krankenhaus Salzhausen: Sanierungsmaßnahmen wurden eingeleitet

Schauplatz massiver Veränderungen: das Krankenhaus an der Bahnhofstraße in Salzhausen (Foto: archiv)
ce. Salzhausen. Das insolvente Krankenhaus Salzhausen scheint doch kein Pflegefall werden zu müssen, sondern ist auf einem guten Sanierungsweg. Das erklärte jetzt der Klinik-Insolvenzverwalter Jan Ockelmann, Rechtsanwalt aus Hamburg, gegenüber dem WOCHENBLATT. Der Jurist leitet derzeit die Geschäfte des Hauses. Bei seiner Erörterung, wie Deutschland einziges genossenschaftliches Krankenhaus aus der Finanzkrise herauskommen soll, setzte er folgende Schwerpunkte:
- Krankenhaus-Übernahme: Derzeit wird mit vier potenziellen mittelständischen Investoren über eine Übernahme des Krankenhauses verhandelt. Die Entscheidung soll laut Ockelmann in zwei bis vier Wochen fallen. Nähere Angaben zu den Interessenten wollte er nicht machen.
- Gehaltszahlungen und Entlassungen: Seit Anfang Oktober werden wieder Gehälter für die gut 200 Beschäftigten der Klinik und seiner Pflegeeinrichtungen gezahlt. Für September bekamen die Angestellten die Hälfte der Löhne nachgereicht. 28 Mitarbeiter, deren längste Kündigungsfristen bis Ende Dezember reichten, mussten entlassen werden. Sie sind bereits seit dem 1. Oktober freigestellt und werden von der Agentur für Arbeit bezahlt. Ockelmann erklärte, die Maßnahme sei notwendig gewesen, um die Gehälter der übrigen Mitarbeiter zahlen zu können. Die Kündigungen bedeuteten für das Krankenhaus Einsparungen von 50.000 Euro monatlich.
- Wie das WOCHENBLATT bereits berichtete, will die gemeinnützige Hamburger Benno-und-Inge-Behrens-Stiftung einige Pflegeeinrichtungen des Krankenhauses Salzhausen übernehmen und somit 80 Arbeitsplätze sichern. "Die entsprechenden Vertragsentwürfe werden gerade mit der Stiftung und in enger Abstimmung mit der Heimaufsicht des Landkreises Harburg verhandelt", erklärte Jan Ockelmann. Die Buchhaltung für die Altenpflege soll weiterhin in Händen der Klinik bleiben und deren Küche auch künftig für die Pflegeheime und den Dienst "Pflege zu Haus" arbeiten.
- Medizinisches Aushängeschild: Mit zusätzlichen Belegärzten sollen in der urologischen Abteilung und in der Chirurgie mehr Operationen ermöglicht werden. Dr. Jörg Bärsch, Chefarzt der Inneren Medizin, hat seinen jetzt anstehenden Ruhestand um ein verschoben, um die Jobs seines Teams zu erhalten.
- Chefarzt-Streit: Jan Ockelmann schließt eine "einvernehmliche Lösung" mit dem erst kürzlich gekündigten Chirurgie-Chefarzt Dr. Christoph Schlichting (das WOCHENBLATT berichtete) nicht aus. "Eine Einigung steht unmittelbar bevor", so Ockelmann. Sollte man sich einig werden, würde es nicht zu einer Auseinandersetzung vor dem Arbeitsgericht Lüneburg kommen.