Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Diskussion um die Y-Trasse: Ist die Alpha-Lösung der Schlüssel?

Die Alpha-Lösung (schwarze Linien) beinhaltet keine Aus- oder Neubaustrecken im Landkreis Harburg (Foto: www.bmvi.de / Repro: MSR)
(bim). Könnte die sogenannte Alpha-Lösung der Schlüssel für die Bewältigung der zunehmenden Güterverkehre aus den Häfen ins Umland sein? Das wurde jetzt von Ulrich Bischoping, Konzernbeauftragter der Deutschen Bahn AG für Bremen und Niedersachsen, in der jüngsten Sitzung des Dialogforums Schiene-Nord als schnell zu realisierende Möglichkeit vorgebracht.
Wie mehrfach berichtet, werden im Dialogforum diverse Y-Trassen-Varianten diskutiert. Dort wurden jetzt verkehrliche Kriterien für die Streckenfindung formuliert. „Ein wichtiger Ausgangspunkt für diese Kriterien war die Erkenntnis, dass bereits vor 2030 mit erheblichen Überlastungen beim Schienengüterverkehr zu rechnen ist. Daraus wurden die beiden ersten Kriterien abgeleitet: die Realisationszeit und die schrittweise Inbetriebnahme. Beide Kriterien zielen darauf ab, dass bereits möglichst frühzeitig ein verkehrlicher Nutzen entsteht, denn nur so können massive Engpässe vermieden werden“, so Tostedts Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam.
Bei der Alpha-Lösung sei schon deutlich vor 2030 mit einem Teilnutzen zu rechnen. Deshalb wurde eine Arbeitsgruppe für die weitere Optimierung dieser Variante eingesetzt, in der auch Peter Dörsam mitarbeitet.
Die Alpha-Lösung ist ein Vorschlag der SPD-Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann, Aufsichtsratsmitglied der DB. Diese Variante beinhaltet keine Aus- oder Neubaustrecken im Landkreis Harburg. Allerdings ist mit einem erhöhten Güterverkehrsaufkommen auf den Bestandsstrecken zu rechnen.
„Sehr hohe Bedeutung kommt daher dem Thema Lärm zu, denn eine Verkehrserhöhung auf vorhandenen Strecken ergibt keinerlei Recht auf eine Verbesserung des Lärmschutzes“, so Dörsam. Im Raum stehe daher die Forderung, auch an Bestandsstrecken mit erhöhtem Verkehrsaufkommen einen Lärmschutz wie bei Neu- und Ausbaustrecken zu erreichen. „Im Dialogforum soll ein Kompromiss zwischen allen Betroffenen gesucht werden, hierbei müssen auch die Interessen der Bewohner an den Bestandsstrecken berücksichtigt werden,“ so der Samtgemeinde-Bürgermeister.
Ulrich Bischoping habe zu Beginn der Sitzung des Dialogforums zudem die verschiedenen Trassenverläufe aus der Sicht der genannten Kriterien bewertet. Für zwei Varianten durch den Landkreis Harburg habe er folgende Feststellungen getroffen:
• Klassische Y-Trasse: Es ist ein neues Raumordnungsverfahren notwendig, sodass mit einer Realisierung keinesfalls vor 2030 zu rechnen wäre. Eine schrittweise Inbetriebnahme ist nicht möglich.
• Heidebahn: Die Strecke führt durch sensible Gebiete. Und obwohl es eine Ausbaustrecke ist, kann nicht mit einer Realisierung vor 2030 gerechnet werden. Auch hier ist eine schrittweise Inbetriebnahme nicht möglich.
„Dies sind gewichtige Argumente, die gegen die beiden Strecken sprechen. Im Verlauf der Sitzung wurde aber deutlich, dass noch keine Vorentscheidung gefallen ist und nach wie vor alle Varianten in der Diskussion sind“, betonte Dörsam.