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Ein großartiges Straßenfest, das Generationen und Nationen verbindet

Neubürger und alteingesessene Tostedter feierten ein fröhliches Straßenfest mit Picknick
bim. Tostedt. Dieses Fest hat den Kultursommerpreis des Landkreises Harburg wahrlich verdient: Der Tostedter Himmelsweg verwandelte sich am Sonntag in eine einzige Feier-Meile. Bei einem bunten Straßenfest mit Erlebnispicknick kamen Menschen verschiedener Nationen und Generationen ins Gespräch und erlebten einen kurzweiligen Nachmittag. Ein Höhepunkt war die Verleihung des Bürgerpreises durch die Töster Bürgerstiftung.
Da streichelten die traditionell gekleideten Sängerinnen des Heimatvereins einen "verendenden" vietnamesischen Drachen, stimmten Flüchtlinge aus Eritrea Klänge auf dem Zupfinstrument Krar an und kamen sich Asylbewerber und Alteingesessene bei Kaffee und Tee näher.
Viel Beifall ernteten die Tanzdarbietungen von fetzigem HipHop über temperamentvollen Salsa bis zu rassigem Flamenco. Die Ladies jeden Alters des Todtglüsinger Sportvereins bewiesen, dass sie auch gemeinsam eine flotte Sohle aufs Parkett legen und forderten auch den ein oder anderen Zuschauer zum Mitmachen auf.
Mit einem Trompetensolo leitete Tostedts früherer Bürgermeister Erwin Becker die Bürgerpreis-Verleihung ein. Nach Kirchenmusiker Paul Gerhard Schneider 2013 und dem sportlich engagierten Uwe Rosenow 2014 wurde diesmal ein Tostedter gewürdigt, der sich der Heimatpflege verschrieben hat - Burkhard Gerlach (77). Das Tostedter Urgestein und Mitbegründer des Werbekreises initiierte 1974 mit seiner Frau Ingrid den Töster Flohmarkt, der heute zu den größten Norddeutschlands gehört.
1985 rief der erfolgreiche Geschäftsmann, der 40 Jahre lang das Modehaus Gerlach leitete, den Christkindlmarkt ins Leben, den er bis 2005 maßgeblich organisierte. Auch bei seiner sportlichen Leidenschaft, dem Tischtennis, legte er eine "ehrenamtliche Bilderbuchkarriere" hin, nannte Peter Hansen von der Bürgerstiftung nur einige Stationen in Burkhard Gerlachs arbeitsreichem Leben.
Dass er auch im Ruhestand nicht stillsitzen kann, sei ein Glücksfall für Tostedt. "Mit Hingabe und Akribie erforscht er seine Heimat, den Handel, das Handwerk und die Gastronomie vor 1940", so Peter Hansen.
Burkhard Gerlach freute sich sichtlich über die Auszeichnung und das von Wolfgang Meier geschmiedete Eichenblatt. "Ich habe bis zu meinem Ruhestand über 200 Jahre ehrenamtliche Arbeit geleistet, davon 100 Jahre als Vorsitzender irgendeiner Vereinigung. Ohne den Rückhalt meiner Frau wäre das alles nicht möglich gewesen", sagte Burkhard Gerlach.
Initiiert hatten die Veranstaltung Elke Müller, Uschi Becker, Wiebke Corleis, Gudrun Hofmann und Tamara Boos-Wagner. Sie wurden u.a. unterstützt vom Heimatverein, von der Erich-Kästner-Realschule, dem Todtglüsinger Sportverein, dem MTV Tostedt, dem Jugendzentrum und der Kirche. Das rundherum gelungene Straßenfest darf gerne wiederholt werden.