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Gesundheitsgefährdende Holperpiste in Handeloh - Anwohner fragen: "Wann wird der Weg instandgesetzt?"

Sie fordern eine akzeptierbare Wegeinstandsetzung, um zu ihren Grundstücken zu kommen: Einige der Pferdekopf-Anlieger
 
So sieht der "Pferdekopf"-Weg bei trockenem Wetter aus
bim. Handeloh. Eine junge Frau fährt den "Pferdekopf" im Handeloher Büsenbachtal entlang. Plötzlich hält sie an, krümmt sich vor Schmerzen und weint. Ein Anwohner kommt zu Hilfe: Pao-Sarai Sopha ist hochschwanger. Die Tour über den holprigen Pferdekopf-Weg, auf dem sich Schlagloch an Schlagloch reiht, hat bei ihr zu Vorwehen geführt. Sie muss kurzzeitig ins Krankenhaus. Seit Jahren beklagen Anwohner den Zustand des Weges. Getan hat sich nichts.
Die Löcher auf dem ca. 1,5 Kilometer langen, holprigen Weg werden seit Jahren nur provisorisch mit Schotter zugeschüttet. Bereits Ende vergangenen Jahres sollte der Weg ausgebessert und später dann nivelliert, mit einem Gefälle versehen und mit einer geeigneten Schotterschicht grunderneuert werden. Im vergangenen Oktober hatte auch Bürgermeister Heinrich Richter dringenden Handlungsbedarf gesehen. Im Dezember 2013 hieß es, die Arbeiten hätten sich verzögert, weil eine Fachfirma die Gemeinde im Stich gelassen habe. Seitdem werden die Anwohner laufend vertröstet.
Anwohner Ulrich Berthold hat deshalb nun eine Unterschriftenliste initiiert.
Sein Auto, Baujahr 1995, erlitt im vergangenen Jahr einen Feder- und einen Pendel-Achsenbruch. Ulrich Berthold macht dafür die Gemeinde Handeloh verantwortlich, die sich nicht um eine nachhaltige Instandsetzung des "Pferdekopf"-Weges im Büsenbachtal in Handeloh kümmere. Das sehen auch 40 weitere Anwohner so und haben deshalb eine Unterschriftenliste unterzeichnet, um ihrer Forderung nach einer befahrbaren Möglichkeit zu ihren Grundstücken Nachdruck zu verleihen. Das WOCHENBLATT traf sich mit einigen von ihnen zum Ortstermin.
"Seit 2006 ist dieses Gebiet als Wohngebiet akzeptiert. Die Anwohner mussten u.a. den Weg bezahlen und die Instandsetzung. Wir haben den Weg später an die Gemeinde übergeben, die sich hätte verpflichten müssen, den Weg zu erhalten", berichtet Bernhard Mertens. "Wir zahlen schließlich auch Steuern. Es gibt keinen Grund, das Gebiet zu vernachlässigen", so Mertens.
Er und Ulrich Berthold sind überzeugt, dass der Weg bisher falsch und mit mangelhaftem Material ausgebessert wurde.
Mehr Sorgen als mögliche Schäden an Fahrzeugen bereiten den Anliegern allerdings die sonstigen Einschränkungen, die die Holperpiste mit sich bringt. Mehrere Anwohner berichten, dass sie sich in dem Wohngebiet regelrecht isoliert fühlen, weil ihre Gäste den Weg nicht mehr auf sich nehmen wollen.
Die hochschwangere Pao-Sarai Sopha klagt: "Ich habe jedes Mal bei der Durchfahrt riesige Schmerzen." Dass die Gemeinde Handeloh den Weg nicht herrichtet, andererseits aber dafür wirbt, dass junge Familien nach Handeloh kommen, empfinden die werdende Mutter und ihr Mann Maik Sopha als doppelmoralisch.
Gesundheitliche Probleme bereitet die Holperpiste auch ihrer Mutter Christel Sopha, die einen Bandscheibenvorfall hatte. Deshalb muss sie dreimal pro Woche mit dem Taxi zum Chiropraktiker. Nicht nur, dass die Fahrt über die Schlaglöcher für sie schmerzhaft ist. "Die Taxifahrer sagen auch, sie fahren hier bald nicht mehr hoch", erzählt Christel Sopha.
Wenn es zu einem medizinischen Notfall komme, sei ein schneller Abtransport ins Krankenhaus nicht gewährleistet, sind sich die Anwohner einig. Sie hoffen, dass die Gemeinde möglichst bald ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommt.