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Rudolf-Steiner-Schule in Kakenstorf bekommt eine eigene Schmiede

Michael Dürkop und Franziska Roßner an der Rundesse
bim. Kakenstorf. Ein gutes Gleichgewicht zwischen kognitivem und handwerklich-praktischem sowie musikalischem Unterricht zu finden ist ein Ziel der Rudolf-Steiner-Schule Nordheide in Kakenstorf. Um das weiter gewährleisten zu können, hat die Waldorfschule nun eine eigene Schulschmiede gebaut, die am kommenden Freitag, 23. Mai, eingeweiht wird. Ein besonderer Grund zur Freude, denn die Schule feiert in diesem Jahr auch ihr 30-jähriges Bestehen.
In den Klassen sieben bis neun gibt es für die Schüler ein großes Angebot von rund 14 Handwerkskursen. Dazu zählen u.a. Tischlern, Töpfern, Schmieden, Kupfertreiben, Spinnen und Weben. "Es ist etwas ganz Besonderes, ein heißes Eisen zu formen. Man muss bei der Temperatur den richtigen Schmiedepunkt finden. Das Eisen muss heiß, darf aber nicht zu heiß sein", so Michael Dürkop vom geschäftsführenden Vorstand. Die Jüngeren Schüler fangen mit dem Formen von Nagelspitzen an, die Älteren schmieden etwa Schürhaken oder Kerzenständer.
Bisher konnten die Waldorfschüler die Räume der wenige Meter entfernten Tischlerei Gobat nutzen. Doch das Unternehmen expandiert, sodass die Schule nun neue Wege mit der Schmiede auf eigenem Gelände geht. Vor den Herbstferien stand der Finanzierungsplan, die Baugenehmigung lag vor.
Die Schulschmiede ist mit 310.000 Euro veranschlagt und wird über Darlehen finanziert. Zuschüsse erhält die Rudolf-Steiner-Schule nicht.
"Architekt Detlef Voß hat die Schmiede im Legokasten-Prinzip entworfen", erläutert Michael Dürkop. Zunächst sind der Raum für die Schmiede, Lager und Umkleideräume entstanden. Je nach künftigem Bedarf kann der sogenannte lange Gang entsprechend ausgebaut werden. Eine neue Küche samt Mensa wären vorstellbar, aber das sei alles noch offen, so Dürkop.
Das Schmieden ist fest im Lehrplan integriert. Dass in der Waldorfschule sehr viel Wert auf das Vermitteln handwerklicher Fertigkeiten gelegt wird, sei für viele Eltern ein Grund, ihre Kinder an der Schule anzumelden, weiß Elternvertreterin Franziska Roßner. "Für die Kinder ist es wichtig, etwas selbst zu fertigen, statt immer nur Fertiges zu bekommen. Zu sehen, wie mühsam das ist und dann festzustellen, dass man es selber kann, gibt Zuversicht", sagt sie.