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Tonnenschwerer Bohrer bahnt sich den Weg unter den Schienen hindurch

Setzten den Bohrer an: Thomas Riemer (li.) und Holger Schneider
bim. Tostedt. Mit ganzer Kraft bringen Thomas Riemer und Holger Schneider vom Spezialtiefbauunternehmen Arkil in einem fünfeinhalb Meter tiefen Erdloch mit 3,20 Meter Durchmesser unweit des Tostedter Bahnhofs einen tonnenschweren Bohrer in Position. Das "Ungetüm" mit sich drehendem Schneidwerkzeug frisst sich wenig später durchs Erdreich, zermalmt kindskopfgroße Steine und bahnt sich seinen Weg unter den Schienen hindurch auf die gegenüberliegende Seite. Der Energiedienstleister EWE lässt sich diese Maßnahme 500.000 Euro kosten, um den Breitband-Ausbau voranzubringen.
"Die Technik kommt aus dem Kanalbau und bietet Vorteile im innerstädtischen Bereich. Wir können auf engstem Raum arbeiten und segmentweise Rohre absenken und ins Erdreich vorschieben. Das hat EWE Netz in der Form in der Region noch nicht gemacht", so Carsten Kröger, Bezirksmeister in Tostedt für die EWE Netz GmbH.
"Der Bohrer arbeitet sehr zielgenau und sicher, was wir hier im Bahnhofsbereich brauchen. Durch dieses gestützte Bohrverfahren werden Versackungen vermieden", sagt Projektleiter Dennis Bockelmann von EWE Netz. Auch dürfe der Bahnverkehr nicht beeinträchtigt werden.
Mit dem Bohrer wird ein Stahlrohr mit Hydraulikpresse durchs Erdreich getrieben. Erde und Steinbrocken werden über Schläuche abtransportiert. "Wenn die ersten vier Meter Stahl im Erdreich verschwunden sind, folgen Tonrohre. In diese kommen Glasfaserkabel und Mittelspannungskabel, die wir auch benötigen, um Energie zu Umspannwerken zu transportieren und so die Energiewende voran zu bringen", erläutert Carsten Kröger.
Die Bohrung selbst dauerte eine Woche, die Vor- und Nacharbeiten drei bis vier Wochen. Daher ist die Straße Am Bahnhof seit Mitte August und noch bis Mitte September halbseitig gesperrt.