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Wistedts erweitertes Feuerwehrhaus eingeweiht

Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam (v. li.), Gemeindebrandmeister Sven Bauer, Ortsbrandmeister Frank Stockhausen, "Baubegleiter" Oliver Domin und Kreisbrandmeister Volker Bellmann
 
Blick auf einige der Gäste, darunter Tostedts früherer Ordnungsamtsleiter Dieter Hellberg (vorn)
bim. Wistedt. Einen Schlüssel für das Feuerwehrgerätehaus in Wistedt hat die Ortsfeuerwehr bereits. Für den jetzt feierlich eingeweihten Anbau übergab Tostedts Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam daher die Fernbedienung für die neue Fahrzeughalle an Ortsbrandmeister Frank Stockhausen. Nach einer Besichtigung ging es zum eigentlichen Festakt in den ehemaligen Aldag-Hof der Elias-Schule.
Unter den 160 Gästen war neben Vertretern aus der Verwaltung, Mitgliedern der Alters- und Ehrenabteilung, des Feuerschutzausschusses, Jugendbetreuern, Vereinen und Förderern auch eine Abordnung der befreundeten Feuerwehr Lahnstein (Rheinland-Pfalz).
Bei seinem ersten Diensttag vor drei Jahren hätten bereits erste Beratungen für den Feuerwehrhaus-Anbau in Wistedt stattgefunden, blickte Peter Dörsam zurück. Mit der Realisierung der Erweiterung und Sanierung des Bestandsgebäudes seien nun zwei Dinge gelungen: eine zukunftsfähige Lösung für die Feuerwehr und eine finanziell leistbare für die Samtgemeinde. Dörsam dankte dafür dem Ingebieurbüro Gottschalk und allen beteiligten Firmen sowie der Gebäudewirtschaft der Verwaltung.
Die Samtgemeinde sei auf gutem Weg, das Ehrenamt in der Feuerwehr mit Investitionen in Ausrüstung, Fahrzeuge und Gerätehäuser attraktiv zu halten, sagte Kreisbrandmeister Volker Bellmann. Wie problematisch es ist, wenn es keine Freiwilligen für die Arbeit in den Feuerwehren gibt, zeige das Beispiel Groß Düngen bei Hildesheim, wo sich die Ortswehr vor fünf Jahren aufgelöst hatte. Beim dortigen Hochwasser in diesem Sommer half auch die Feuerwehr Wistedt als Mitglied im Fachzug Personalreserve/Deichverteidigung mit.
Weitere Besonderheit in Wistedt: Die im Mai 2009 gegründete Helfer vor Ort-Gruppe, eine von fünf HvO-Gruppen im Landkreis Harburg, die die Erstversorgung bis zum Eintreffen von Notarzt und Rettungswagen übernehmen. Bellmann gab zu, den HvO-Gruppen gegenüber zunächst kritisch eingestellt gewesen zu sein, weil es eigentlich nicht zu den Aufgaben der Feuerwehr gehöre. Dennoch unterstreiche in Wistedt die Vielzahl der Einsätze bis heute deren Bedeutung. „Es ist eine Herausforderung, der sich die Feuerwehr Wistedt gestellt hat“, so Bellmann, der sich dafür bedankte.
Der Anfang der HvO-Gruppe sei steinig gewesen, berichtete der frühere Ortsbrandmeister und heutige Gemeindebrandmeister Sven Bauer, der beim Festakt auch noch in seiner Funktion als Wistedter Bürgermeister gefragt war. Man brauche nicht nur Räume und Ausstattung, um neue Mitglieder zu werben, sondern auch, um die vorhandenen Freiwilligen bei der Stange zu halten. Ein Feuerwehrhaus sei kein Selbstzweck, sondern zentraler Ort für Material und Fahrzeuge, gelebte Gemeinschaft, Nachbereitung der Einsätze und wichtig für das bürgerschaftliche Engagement für die Sicherheit der Bürger. Mit einem Zitat von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (1918 - 2015) anlässlich der Sturmflut 1962 brachte Bauer es auf den Punkt: „Ehrenamtliche Feuerwehrleute sind die zuverlässigsten und am vertrauenswürdigsten Diener am öffentlichen Wohl.“ Zu der ursprünglichen Aufgabe der Feuerwehr - der Brandbekämpfung - gehörten heute inzwischen u.a. auch technische Hilfeleistungen, Gefahrguteinsätze, Deichverteidigung sowie Kinder- und Jugendarbeit. Und die Zahl der Einsätze steige: Allein in diesem Jahr waren es bisher 99.
„Jeder Euro ist eine gute Investition“, so Bauer. Er bedankte sich bei den Kameraden für die Eigenleistung und bei Oliver Domin, mit dem er die Baubegleitung übernommen hatte, sowie Ehrenbürgermeister und Malermeister Wolfgang Indorf und weiteren Förderern für die Unterstützung.