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Gemeinde Handeloh ist jetzt Eigentümerin der Jugendherberge in Inzmühlen

Das Fortbestehen der Jugendherberge ist über den Umweg der Flüchtlingshilfe gesichert
bim. Handeloh. Die Gemeinde Handeloh ist jetzt Eigentümerin der Jugendherberge in Handeloh-Inzmühlen. Den Kaufvertrag mit dem Deutschen Jugendherbergswerk, Landesverband Nordmark, hat Bürgermeister Heinrich Richter am Montag unterzeichnet. Damit ist der Weg auch frei für die Unterbringung von bis zu 160 Flüchtlingen durch den Landkreis, die voraussichtlich ab Mitte Dezember erfolgt.
Wie berichtet, hat die Gemeinde Handeloh mit finanzieller Unterstützung der Samtgemeinde Tostedt die Initiative ergriffen, bevor es ein Investor macht. Denn auch der hätte die Jugendherberge zur Flüchtlingsunterbringung an den Landkreis vermietet. So behält es die Gemeinde in der Hand, Gebäude und Gelände später wieder als Jugendherberge oder Vergleichbares zu nutzen. Die Gesamtinvesitionskosten von rund 900.000 Euro für Ankauf, Brandschutzmaßnahmen und Umbauten sollen sich binnen drei Jahren amortisiert haben.
Eigentlich sollten in der jüngsten Ratssitzung Zahlen genannt werden. Doch mit der Kaufsumme will Heinrich Richter nicht rausrücken. Stattdessen erklärte Finanzausschussvorsitzender Udo Kynast, dass die Finanzlage der Gemeinde zufriedenstellend sei und das Gremium dem Erwerb daher einhellig zugestimmt habe. An liquiden Mitteln stehen der Gemeinde demnach rund 677.000 Euro zur Verfügung. "Der Kauf der Jugendherberge bringt uns nicht in finanzielle Engpässe", so Heinrich Richter. Beschlossene Vorhaben müssten nicht verschoben werden.
Die CDU hatte zudem die Aufstellung eines Bebauungsplanes für Teile des Herbergsgeländes beantragt, um den bisher nur im Flächennutzungsplan festgelegten Zweck der Immobilie noch differenzierter festzuschreiben, damit dieser nicht - wie fast geschehen - durch einen privaten Investor durchkreuzt werden kann. Demnächst soll auch eine Veränderungssperre beschlossen werden. Dass die Gemeinde Handeloh auch die Kosten für den Brandschutz und weitere Investitionen anstelle der Samtgemeinde übernimmt, fand jedoch keine Mehrheit.
Ein Anwohner hatte zuvor in der Einwohnerfragestunde seinem Unmut über die für ihn unverhältnismäßig hohe Zahl der unterzubringenden Flüchtlinge und die bisher anders lautenden Aussagen des Bürgermeisters Luft gemacht.
Harald Stemmler (Wählergemeinschaft) machte dazu erneut deutlich, dass die Gemeinde kurzfristig zum Handeln gezwungen war, nachdem Ende Oktober ein Investor aufgetreten sei, um die Herberge zu kaufen und dem Kreis als Flüchtlingsunterkunft zu vermieten. Das Vorgehen, dass die Gemeinde nun die Intitiative ergreift, sei von Anfang an einvernehmlich gewesen und auch bei den Einwohnern auf breite Zustimmung gestoßen. "Es ist ein historisches Ereignis für Handeloh, die Jugendherberge jetzt über den Umweg der Flüchtlingsunterbringung zu erhalten", meinte Stemmler. Und Heinrich Richter ist zuversichtlich, dass die Flüchtlingsaufnahme und -Integration bei dem Engagement von rund 130 Ehrenamtlichen klappt.

Über die Vermietung der Jugendherberge zur Flüchtlingsunterbringung durch die Samtgemeinde an den Landkreis beschließt der Handeloher Rat in seiner Sitzung am Dienstag, 8. Dezember, um 19.30 Uhr auf dem Hof Kröger in Handeloh-Wörme.