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Ein Campingplatz mit Kirche

Sie waren drei Wochen für die Angebote der "Kirche Unterwegs" verantwortlich (v.li.): Annette Schaar-Becker, Frank Becker, Anniek, Fabian und Bernd Wolberink (Foto: privat/Frank Becker)

"Kirche Unterwegs": Familie Becker aus Buchholz bietet Gottesdienste und mehr für Camper an


ab. Buchholz. ab. Buchholz. Am Urlaubsort eine Kirche zu besuchen, ist nichts Ungewöhnliches - aber auf dem Campingplatz? Bereits zum zweiten Mal boten dies Annette Schaar-Becker und Frank Becker gemeinsam mit ihren Kindern Fabian (14) und Anniek (13) an. Drei Wochen verbrachte die Familie aus Buchholz diesen Sommer auf dem Campingplatz "See Achtern Diek" in Otterndorf im Landkreis Cuxhaven und war dort mit Teammitglied Bernd Wolberink für Angebote und Gottesdienste verantwortlich.

"Vor Jahren sind wir im Urlaub auf Sylt und Amrum auf ,Kirche Unterwegs' gestoßen und haben das Kirchenzelt besucht", erzählen die begeisterten Camper Annette Schaar-Becker und Frank Becker. Sie stellten fest, dass allein Ehrenamtliche für den Ablauf verantwortlich waren, auch für den sonntäglichen Gottesdienst. Als die Konfirmation ihres Sohnes näher rückte, brachte Annette Schaar-Becker das Thema zur Sprache, mit der Familie einmal selbst ehrenamtlich für "Kirche Unterwegs" tätig zu werden. Gesagt, getan.

"In zwei Seminaren wurden wir von der Landeskirche Hannover darauf vorbereitet", sagt Frank Becker. "Sie gibt eine Struktur vor, doch innerhalb dieser hatten wir sehr viel Freiraum, beispielsweise in der inhaltlichen Gestaltung der Angebote." Das Vormittagsprogramm würde sich überwiegend an Kinder richten, zu bestimmten Themen werde gebastelt oder es werden Lieder gesungen. Abends gebe es Gute-Nacht-Geschichten, anschließend Zeit für gemeinsame Spiele oder besinnliche Gespräche.

Bis zu 50 Gäste durfte Familie Becker im Kirchenzelt begrüßen, "vor allem bei den Gute-Nacht-Geschichten war das Zelt immer gut besucht", erinnert sich Annette Schaar-Becker. Viele Gäste suchten auch das Gespräch mit den Ehrenamtlichen. "Wir waren über die Zeit der Angebote hinaus gerne für die Camper da. Aber sobald es um tiefer gehende Sorgen und Nöte geht, müssen wir schon an die dafür zuständigen Personen verweisen, denn das können wir nicht leisten."
Zum Abhalten des Gottesdienstes gibt es Vorlagen, an denen sich die Ehrenamtlichen orientieren können, aber auch hier sei das Thema frei wählbar, sagt Frank Becker. "Was wir anbieten, ist natürlich theologisch-christlich abgespeckt", fügt er hinzu.

Die Landeskirche erkundigte sich regelmäßig telefonisch, ob alles funktioniere, oder besuchte die Ehrenamtlichen auf dem Campingplatz. Neben diesem Ehrenamt blieb genug freie Zeit, in der man seinen eigenen Interessen nachgehen konnte, sagt Becker. "Man hat nicht 24 Stunden lang Kirchendienst."
Im vergangenen Jahr, ihrem ersten als Ehrenamtliche, war die Familie am Alfsee nahe Osnabrück. "Es war schön, aber in Otterndorf hat es uns besser gefallen", stellten alle Familienmitglieder einstimmig fest. Die Planungen fürs kommende Jahr stehen bereits: Da möchte das Quartett wieder bei "Kirche Unterwegs" mitwirken - und, wenn möglich, wieder in Otterndorf.

• "Kirche Unterwegs" ist ein Projekt der Hannoverschen Landeskirche, das mit einer mobilen Kirche in Form eines Kirchenzeltes umgesetzt wird. Ein ehrenamtliches Team, bestehend aus drei bis acht Personen, bietet Freizeitgestaltungen und Gottesdienste an. Gäste des jeweiligen Campingplatzes können die Angebote wahrnehmen. Weitere Infos unter www.kirche-unterwegs.de.