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Buchholz kauft 127 Sozialwohnungen

Diese Wohnungen an der Rütgersstraße gehen ebenso in den Besitz der Stadt Buchholz über...

Stadtrat votiert für Nachtragshaushalt von mehr als neun Millionen Euro / Schulden steigen auf 38,3 Mio.

os. Buchholz. Die Stadt Buchholz kauft 127 Wohnungen an der Rütgersstraße und "An der Schwellenfabrik", die Mitte der 1990er Jahre im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus errichtet wurden. Der Stadtrat votierte am Dienstagabend in einer Sondersitzung einstimmig für einen Nachtragshaushalt, um den Kauf zu finanzieren.
Der Erwerb der Wohnungen kostet inklusive Nebenkosten 9,309 Millionen Euro. Durch den Rückfluss von sogenannten Ausleihungen beim Bau finanziert die Stadt 584.400 Euro, der Restbetrag in Höhe von 8,7246 Millionen Euro wird durch neue Darlehen gestemmt. Die Schulden der Stadt steigen damit auf 38,327 Millionen Euro an.
Eigentlich wollte der bisherige Eigentümer, die Vereinigte Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft eG (VHW), die Sozialwohnungen an die "GbR Rütgersstraße" verkaufen. Die Abstimmung mit der Stadt Buchholz sei bereits ab Juni erfolgt, heißt es in einem Brief der VHW an die Bewohner. "Aufgrund dieser Abstimmung haben wir darauf vertraut, dass die Stadt kein Interesse daran hat, ein ihr zustehendes Vorkaufsrecht auszuüben. Aus diesem Grund haben wir den Verkauf an den neuen Eigentümer vorangetrieben und Sie entsprechend informiert", schreibt die VHW weiter.
Offenbar schwenkte die Stadt dann um. Drei Tage vor der geplanten Übergabe an die "GbR Rütgersstraße" erklärte Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse, das Vorkaufsrecht nun doch ausüben zu wollen. Zu verstehen ist die Entscheidung der Stadt, schließlich sichert sie sich so einen großen Pool an Sozialwohnungen. In den vergangenen Jahren hatten die meisten Neubauten gerade in der Buchholzer Innenstadt mit sozialem Wohnungsbau rein gar nichts zu tun.
In Winsen hatte sich die Stadt gegen den Kauf von 189 Sozialwohnungen im Albert-Schweitzer-Viertel von der insolventen Capricornus entschieden (das WOCHENBLATT berichtete), wohl nicht zuletzt wegen des Sanierungsstaus in Höhe von geschätzten sieben Millionen Euro.
In Buxtehude sei sozialer Wohnungsbau durch die Stadt selbst als Eigentümerin nicht vorgesehen, erklärt Pressesprecherin Kerstin Geresser. Die Stadt habe die Erstellung eines Wohnraumversorgungskonzeptes in Auftrag gegeben, für die erste Erkenntnisse im ersten Quartal 2016 vorliegen sollen. Zudem sei im B-Planverfahren für das demnächst anstehende Wohngebiet Giselbertstraße sozialer Wohnungsbau zu berücksichtigen, so Geresser.