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Suchhunde im Einsatz: Sie finden noch nach Tagen eine heiße Spur

Yosi ist ein erfahrener Suchhund und kann mit ihrer Spürnase noch Tage später Hinweise auf Menschen erschnüffeln (Foto: Polizei Hamburg)
Bayrische Gebirgsschweißhunde der Hamburger Polizei waren aich in Buxtehude im Sucheinsatz

tk. Buxtehude/Hamburg. Wunder können sie nicht vollbringen. Aber die speziell ausgebildeten Suchhunde der Hamburger Polizei der Rasse Bayrischer Gebirgsschweißhund leisten mit ihrer Spürnase Dinge, die unglaublich erscheinen. Sie finden auch nach Tagen noch die Spur eines Menschen. So wie jüngst in Buxtehude. Dort war Yosi mit ihrem Hundeführer Ralf Schumacher im Einsatz, um nach dem verschwundenen Schotten Liam Colgan zu suchen (das WOCHENBLATT berichtete). Das WOCHENBLATT hat mit dem Polizeibeamten über Grenzen und Möglichkeiten dieser sogenannten Mantrailer gesprochen.

Seit 2010 arbeitet die Polizei in Hamburg mit Bayrischen Gebirgsschweißhunden, sagt Schumacher. "In Deutschland gab es wenig Erfahrungen mit dieser Rasse", blickt er zurück. Der Gebirgsschweißhund werde hauptsächlich jagdlich eingesetzt. Nach zwei Jahren gründlicher Ausbildung und vielen Einsätzen steht fest: Die sechs Schweißhunde der Polizei Hamburg haben sich bewährt.

Was sie von anderen Suchhunden, etwa dem Schäferhund, unterscheidet: Sie schnüffeln anders. Ein Schäferhund ziehe sehr viel mehr und schneller Luft durch die Nase ein. Daher ermüden diese Vierbeiner bei der intensiven Suche schneller. "Ein Bayrischer Gebirgsschweißhund hält dagegen sehr viel länger durch", sagt Yosis Hundeführer.

Noch 48 Stunden, nachdem ein Mensch irgendwo eine Straße entlang gegangen sei, finde er fast immer zuverlässig eine Spur. Im Training haben Yosi und ihre vierbeinigen Kollegen sogar nach nach ein bis zwei Wochen noch erfolgreiche Nasenarbeit geleistet und Hinweise erschnüffelt.

Es gebe nur wenige Störfaktoren, die bei den Suchhunden im Dienst zu Problemen führen. Das sind matschiger Schnee oder Starkregen, so Ralf Schuhmacher. Dass Yosi und ihre vierbeinigen Kollegen so viel können, liegt daran, dass ihre Ausbildung bereits im Welpenalter beginnt. "Alles fängt spielerisch an", so der Hundeführer. Fress- und Beutetrieb nutzen die Ausbilder, um die Hunde gleichsam auf die Spur zu bringen. Beispiel: Der Hundeführer versteckt sich und der halbstarke Vierbeiner verfolgt die Spur, weil Herrchen mit Fressen ein attraktives Ziel für die erste, spielerische Suche ist.

Die Bayrischen Gebirgsschweißhunde sind zudem mit ihrem niedlichen Aussehen echte Sympathieträger. Aber: Wenn sie im Einsatz sind, sind sie keine lebendigen Plüschtiere zum Anfassen, sondern Kollegen auf vier Pfoten, die ihren Nasen-Job sehr ernst nehmen. Und das mit großen Erfolg: Nur zehn Prozent aller Einsatzergebnisse sind laut Statistik falsch, so Ralf Schumacher.
Auch wenn Josi vom verchwundenen Schotten Liam Colgan eine Spur auf der Buxtehuder Bahnhofstraße erschnüffelt hatte, bleibt der 29-Jährige weiter vermisst. "Leider gibt es keine positiven Neuigkeiten", sagt eine Sprecherin der Hamburger Polizei.

Liam Colgan ist am Samstag vor drei Wochen auf dem Hamburger Kiez nach einem Junggesellenabschied verschwunden. Danach waren drei Mal Suchhunde der Polizei auch in Buxtehude im Einsatz, weil Zeugen den Mann in der Estestadt gesehen haben wollten.