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Buxtehude 2013: Kuhhandel und Kandidatensuche

Die Debatten um die Rücknahme der Klage gegen die A26 haben viele Buxtehuder Bürgerinnen und Bürger mobilisiert

tk. Buxtehude. Konsumspaß, Kandidatensuche und Kuhhandel: das Jahr 2013 wurde in Buxtehude zum Teil von drei großen Ks bestimmt. Mit etwas gutem Willen ließe sich ein viertes K für Küstenschutz anhängen. Wobei es eher um Hochwasser und den Deichbau ging

Das rundum Erfreuliche war das K für Konsumspaß: Nach Jahren des Bangens und Wartens wurde das Rathausquartier in Windeseile gebaut. Inzwischen ist dort Konsumspaß angesagt. Nach "H&M" und dm wird "C&A" seine Filiale in den kommenden Wochen eröffnen.
Das nächste K, nämlich die Kandidatensuche für den BürgermeisterInnen-Job, wird sich noch lange bis ins nächste Jahr hinziehen. Einsam zieht bislang nur die parteilose Erste Stadträtin Katja Oldenburg-Schmidt als Kandidation ihre Kreise und wird inzwischen von der CDU unterstützt. Die Christdemokraten haben es nach Monaten des Werbens aufgegeben, mit eigenem Personal ins Rennen um den Chefsessel im Stadthaus zu gehen. CDU-Stadtverbandschef Lorenz Hünnemeyer begründete die neue Liebe der CDU zu Katja Oldenburg-Schmidt diplomatisch: Die möglichen Bewerber hätten nicht über die notwendigen Qualifikationen verfügt. Das ist schön gesagt. Heißt auch: Gute Leute hatten keinen Bock, sich auf einem CDU-Ticket um den Spitzenjob an der Este zu bewerben.
Was die Genossen vorhaben, dürfte zu Anfang des Jahres feststehen. Bislang haben sie es vor allem geschafft, die potentiellen grünen Bundesgenossen zu verprellen. Rot-Grün in Buxtehude war schon immer eine vertrackte Beziehungskiste.
Das dritte K, der Kuhhandel, war ein politischer Aufreger: Rücknahme der Buxtehuder A26-Klage gegen Tauschgeschäfte. Bund und Land haben der Estestadt im Gegenzug für den Klageverzicht versprochen, dass es Geld gibt, um fürs maritime Buxtehude zu werben, die Este im Hafenbereich irgendwann ausgebaggert wird und das der offizielle Titel Hansestadt obendrauf gelegt wird. Im Gegenzug zog Buxtehude seine Klage zurück und akzeptierte eine flache Autobahnbrücke. Was Nörgler Kuhhandel nennen, ist für andere Staatsräson im Este-Miniformat.

Kuhhandel lohnt sich

Und schließlich als letztes K der Küstenschutz. Mit Küstenschutzmitteln sollen Deiche in der Innenstadt gebaut werden, um Buxtehude zu schützen. Das Este-Hochwasser rauscht dann zu den Nachbarn in Estebrügge und Cranz durch.
Noch weit mehr als die A26-Klage wurde über den Deichbau gestritten. Das "Aktionsbündnis für nachhaltigen Hochwasserschutz" hatte so viele Deichbaugegner mobilisiert, dass genug Unterschriften zusammenkamen, um einen Bürgerentscheid zu erzwingen. Damit erlitt das Aktionsbündnis aber Schiffbruch. Der Rat setzte das Planfeststellungsverfahren in Gang, der Bürgerentscheid ist vom Tisch. Der Streit wird weitergehen. Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss sind so sicher, wie auf Flut Ebbe folgt.
Übrigens: Die Moral von der Geschicht' - zumindest das Kuhhandel-K hat sich gelohnt: Noch vor Weihnachten kam die Bestätigung aus dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium, dass der Antrag Buxtehudes, offiziell wieder Hansestadt zu sein, genehmigt wurde.